Internet-Blase – Dotcom – 2000

Die Internet Blase 2000 - Dotcom Blase

Heute, keine 20 Jahre nach dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2000, kann man kaum glauben, dass sich die Anleger damals mit diesem Geschäftsmodell verspekuliert hatten. Schließlich hängen nicht nur wir alle in unserer Freizeit mittlerweile mehr oder weniger stark vom Internet ab, sondern ganze Industriezweige wären heute, würde man das Internet einfach abschalten, völlig verloren. Ein großes Chaos bräche aus. Nicht nur in der Wirtschaft. Trotzdem passierte genau das im März des Jahres 2000. Kurz nach dem Eintritt in das neue Millenium platzte eine Spekulationsblase, deren Technologie einige Jahre später die größten, wertvollsten und profitabelsten Unternehmen der Welt hervorgebracht hat.

Vor der Internet-Blase 2000

Um den Jahrtausendwechsel herrschte auf den Aktienmärkten weltweit Goldgräberstimmung. Das Internet war dabei sich zu entwickeln und auch in privaten Haushalten Einzug zu nehmen. Auf diese zukünftige Nachfrage ausgerichtet, entstand die sogenannte New-Economy mit vielen (Hoch-) Technologieunternehmen. Gerade die Entwicklung von Computern und Mobiltelefonen für den privaten Haushalt sorgten für große Hoffnungen. Den Technologieunternehmen wurde von den Experten durch die Bank eine glänzende Zukunft prognostiziert. Diese Unternehmen finanzierten sich zu einem großen Teil über die Finanzmärkte wie der NASDAQ in den USA oder dem Neuen Markt in Frankfurt (der dafür sorgte, dass gerade die als konservativ geltenden deutschen Anleger das Investment “Aktie” als lukrativ und sicher ansahen). Gerade kleinere Anleger aber auch große Fonds sahen darin die finanzielle Chance ihres Lebens. Zahlreiche Privatanleger setzten ihre Zukunftshoffnungen voll und ganz auf den Erfolg ihrer Spekulationen. Diese basierten zum einen darauf, dass man mit hohen Gewinnen und damit prächtigen Dividendengewinnen rechnete. Zum anderen spekulierte man ebenfalls auf kurz- und langfristig steigende Aktienkurse und damit große Kursgewinne. Das versprach ja auch die Aussicht auf noch ausstehende technologische Errungenschaften, die den Wert der Unternehmen vervielfachen sollten. Dafür sorgten nicht zuletzt auch geschönte Bilanzen, Kursbetrügereien, Insider-Handel und sgar frei erfundene Umsatzzahlen. Durch den Herdentrieb und auch Medien aufgestachelt, strömten noch mehr Anleger mit ihren Ersparnissen in den Neuen Markt. Die Internet-Blase war geboren.

Deshalb platzte die Internet-Blase im Jahr 2000

Durch den Mammon geblendet und wohl auch beeinflusst von dem durch die Verhaltensökonomie erforschten Phänomen der geringeren Risikoaversion bei drohendem Verlust, ignorierten die Anleger sowohl schwache Jahresabschlüsse sowie die Fundamentaldaten der Unternehmen, in die sie investiert hatten. Schließlich wurde relativ schnell deutlich, dass viele der hochgelobten Unternehmen die Gewinnerwartungen nicht annähernd würden erfüllen können. Im März 2000 begannen die Kurse dann zu sinken und immer mehr (vor allem erfahrende) Anleger verabschiedeten sich von ihren Investitionen. Als sich dieser Trend immer mehr beschleunigte brachen die Kurse dann völlig ein und die Internet-Blase platzte. Innerhalb weniger Stunden und Tage wurden Milliarden an Guthaben und Schulden vernichtet. Das traf insbesondere die Kleinanleger, die zum damaligen Zeitpunkt über keinerlei Erfahrungen im Aktiengeschäft verfügten. Sie mussten die größten Verluste hinnehmen, da sie davon ausgingen (bzw. hofften), die Kurse würden sich nach einer gewissen Zeit wieder erholen. Nicht wenige verloren so ihre gesamten Ersparnisse.

Was während der wohl bekanntesten Finanzkrise – dem Schwarzen Freitag 1929 – passierte, erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
S. Meshnuni: Spekulationsblasen und Finanzkrisen in den Jahren 2000-2010: Dotcom..*

W. Plumpe: Wirtschaftskrisen: Geschichte und Gegenwart*
H. v. Buttlar: Capital History: Die großen Krisen der Weltwirtschaft: Blasen, Crashs…*



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