Schwarzer Freitag 1929

DER SCHWARZE FREITAG 1929

Die als “Schwarzer Freitag 1929” ist die allgemein wohl bekannteste Finanzkrise. Es war eigentlich ein Donnerstag, doch in Europa fiel der Tag aufgrund der Zeitverschiebung auf einen Freitag. Man beobachtete über mehrere Tage stark fallende Aktienkurse an der New Yorker Börse (NSE). Diesem Aktienkrach waren einige andere geplatzte Blasen vorausgegangen. Darunter auch der sogenannte Kurssturz der Berliner Börse im Jahr 1927. Damals stürzten den Aktienkurse des Statistischen Reichsamtes um 32 Prozent ab. Auch der Wiener Börsenkrach 1873, als Gründerkrach bekannt, war ein Vorbote einer sich bereits über Jahre ankündigenden globalen Rezession.

Schwarzer Freitag 1929 – was war daran besonders?

Zwei Dinge machen diesen Tag, exakt den 24. Oktober, so außergewöhnlich. Zum einen waren die Kursverluste im Vergleich zu anderen Aktienkrächen am besagten Donnerstag eigentlich relativ gering. Sie bewegten sich unter der Marke von 10 Prozent. In den Folgetagen stürzte die Börse jedoch immer weiter ab. Dieser Absturz erwischte die Finanzmärkte und seine Anleger deshalb so kalt, weil er sich inmitten einer ausgesprochen langen und fabelhaften Konjunkturphase der USA ereignete. Stand der Dow Jones einige Jahre zuvor (1923) nur bei 100 Punkten hatte er sechs Jahre später bereits 331 Punkte erreicht. Von diesem Aufschwung wollten auch andere profitieren. Immer mehr Menschen begannen ihr Erspartes in Aktien anzulegen. Schließlich dachte jeder, dass dieser Aufschwung auch die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte anhalten würde. Nicht Wenige gingen dafür sogar das Risiko ein einen Kredit bei der Bank aufzunehmen, um damit auch an der Spekulationseuphorie teilhaben zu können. Das Ziel war eindeutig, dass die Spekulationsgewinne die Darlehenszinsen weit übersteigen sollten, um den Kredit bedienen zu können und zusätzliches Einkommen zu generieren. Dadurch wurde die Spekulationsblase mit Krediten noch stärker aufgeblasen. Im Fachjargon spricht man bei dieser Anlageweise vom “Leverage-Effekt” (Hebel oder Hebeleffekt), da man mittels Kredit das eigene Kapital um ein Vielfaches erhöhen kann. Es ist allerdings auch um ein Vielfaches riskanter, denn Rendite kommt bekanntlich von Risiko. Als die Kurse dann jedoch nicht mehr weiter stiegen, da eine erhöhte Unsicherheit unter den Anlegern zu spüren war, zogen etliche Anleger ihr Kapital (und damit ihre Gewinne) von der Wall Street ab. Es kam zu einer großen Massenpanik in der die Anleger ihre Papiere in den Folgetagen auch zu einem Bruchteil der Kaufpreise verkauften. Die Kurse stürzten über mehrere Tage bis auf 230 Punkte (Black Tuesday). Doch damit war der Tiefpunkt noch lange nicht erreicht, denn auch die europäischen Aktienmärkte reagierten mit einer großen Verkaufspanik auf die Kurseinbrüche in den USA. Es war ein Schwarzer Freitag mit katastrophalen Folgen für die Weltwirtschaft.

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Das hatte die zweite Besonderheit zur Folge. Das Ergebnis einer nie dagewesenen Weltwirtschaftskrise. Da Unternehmensanteile weltweit unkontrolliert und wie entfesselt verkauft wurden, rutschten die Kurse noch bis in das Jahr 1932 ab. Der Dow Jones stand dann nur noch bei etwa 40 Punkten! Außerdem war ein großer Teil der Anleger hochverschuldet und konnte die zur Spekulation aufgenommenen Kredite nicht mehr bedienen. Das hatte wiederum zahlreiche Bankenzusammenbrüche zur Folge. Damit war aber auch die Kreditvergabe an die Realwirtschaft, ob private Haushalte oder Unternehmen, immer stärker eingeschränkt. Darüber hinaus gingen unzählige Unternehmen bankrott, was die allgemeine Arbeitslosigkeit noch stärker ansteigen ließ und die Produktionsrate auf einen historischen Tiefstand drücken sollte. Diese furchtbare wirtschaftliche Phase im Anschluss an den Schwarzen Freitag 1929 kennt man heute als die große Depression. Sie sollte sich noch durch die gesamten 30er Jahre ziehen und unter anderem zur folgenschweren tragischen politischen Radikalisierung in Deutschland führen.

Der Wiener Börsenkrach, ebenfalls als ein schwarzer Freitag bekannt, ist eine weitere Finanzkrise, die bereits ein halbes Jahrhundert vorher stattfand. Was während des sogenannten Gründerkrachs passierte erfährst du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
J.-O. Hesse: Die Große Depression: Die Weltwirtschaftskrise 1929-1939*

J.-K. Galbraith: Der große Crash 1929: Ursachen, Verlauf, Folgen*
F. Pressler: Die erste Weltwirtschaftskrise: Eine kleine Geschichte der großen Depression*



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