Mit einer Umschuldung den finanziellen Neustart angehen

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Umschuldung: Mehr als nur ein Kredittausch!

Eine Umschuldung ist oft der einzige Weg aus der Schuldenmisere. Der Kreditmarkt hat auf die Nachfrage reagiert und bietet Produkte an, mit denen der Neustart beginnen kann. Für den Schuldenabbau ist eine Umschuldung zwar erst in zweiter Linie von Bedeutung (deutlich wichtiger sind Einschränkungen der Verbindlichkeiten und spürbare Spaßmaßnahmen), dennoch sind gerade die in Krediten “versteckten” Zinsen häufig der größte Kostenfaktor!

Schulden in Deutschland: So ist die Lage

Mehr als drei Millionen deutsche Haushalte sind verschuldet. Noch deutlicher ist die durchschnittliche Verschuldung verschuldeter Personen: Diese liegt bei rund 34.000 Euro. Damit wird klar, dass Schulden häufig nicht durch kleine Fehler im Konsumverhalten entstehen, sondern einen größeren Hintergrund haben. Schlecht kalkulierte Immobilienfinanzierungen, falsche Investments und gescheiterte Geschäftsvorhaben sind klassische Beispiele.

Doch auch bei kleineren Beträgen führen viele Wege in die Schulden. Der häufigste Grund ist der Verlust des Arbeitsplatzes, doch auch private Umstände wie eine Scheidung oder eine schwere Krankheit können eine negative Finanzspirale auslösen. Es kann also schon lange nicht mehr von einem Randphänomen die Rede sein. Schulden sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bleiben zum Leidwesen der Betroffenen oft auch dort.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Statistik spricht eine klare Sprache, auch wenn diese nicht sehr erfreulich ist. Denn junge Erwachsene sind besonders gefährdet, den Schritt in die Schulden zu machen. Von der Höhe der Schulden stehen 40- 54-Jährige besonders schlecht da; ein weiteres Alarmzeichen ist außerdem, dass bereits bei unter 20-Jährigen ein ernstzunehmender Verschuldungsgrad vorhanden ist.

Die zunehmende Zahl an fixen Verträgen, vor allem in der Telekommunikation, hat dazu sicher beigetragen. Generell haben selbst Jugendliche viele Gelegenheiten, online einzukaufen. Ob im Onlineshop, in App Stores oder in Online-Spielen, beschreitet das Geld heute digitale Wege. Dort ist der Weg zum Kauf besonders kurz und das verleitet viele junge Menschen dazu, im Zweifelsfall einmal mehr auf den Warenkorb-Button zu klicken. Zurückhaltung beim Konsum ist deswegen der häufigste Tipp, wenn es darum geht, Schulden von Anfang an zu verhindern. Denn gerade diese Ausgaben lassen sich vermeiden: Sie sind meistens emotional oder impulsgesteuert und diese Instinkte sind keine guten Berater.

An dieser Stelle sind auch Erziehung und Bildungspolitik gefragt. Angesichts der wachsenden Schulden in der Bevölkerung ist es dringend notwendig, das Verständnis für das Finanzsystem frühzeitig zu schärfen. In diesem Punkt können junge Menschen eine Menge von reiferen Generationen lernen, da diese aufgrund der damaligen Situation in der Welt wesentlich vorsichtiger mit ihrem Geld umgingen.

Immerhin sorgt der moderne Finanzmarkt für ein wenig Linderung. Unter den zahlreichen Online-Kreditangeboten finden sich viele, die speziell auf eine Umschuldung abzielen. Mit einer Umschuldung sind die Schulden zwar nicht abgebaut, allerdings werden sie umgeschichtet und alleine das kann einen großen Unterschied für die künftige Finanzplanung machen.

Die Umschuldung: ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung

Häufig setzt sich der Schuldenberg aus mehreren Posten zusammen. In vielen Fällen wurden die Schulden schon so lange nicht beglichen, dass weitere Konsequenzen in Kraft getreten sind. Hohe Zinszuschläge, satte Mahngebühren, im schlimmsten Fall sogar der Gerichtsvollstrecker, der ebenfalls weitere Kosten bedeutet – einmal verschuldet, ist der Dominoeffekt nicht mehr allzu weit entfernt. Auch dazu gibt es prägnante Zahlen: So entsprechen die Nebenkosten im Durchschnitt ganzen 43 Prozent der eigentlichen Schuldensumme. Man sollte also nicht nur Schulden vermeiden, um sich Ärger zu ersparen, sondern vor allem, um hohe unnötige Kosten zu sparen.

Angesichts dieses schnell steigenden Schuldenbergs ist eine Umschuldung häufig der einzige Weg, die Situation ohne Insolvenz zu bereinigen. Bei einer Umschuldung nimmt der Schuldner einen einzigen Kredit auf, mit dem er alle früheren Gläubiger auf einen Schlag befriedigt. In der Folge muss natürlich auch der Umschuldungskredit bedient werden, doch dies geschieht unter völlig anderen Voraussetzungen. Der Zinsmarkt ist dabei eine große Hilfe: Heutige Kredite sind im Durchschnitt wesentlich günstiger als solche, die vor vielen Jahren abgeschlossen worden. Allein der Zinseszinseffekt ist nach einer Umschuldung also wesentlich geringer, und das ist die Voraussetzung, um die Negativspirale zu stoppen.

Davon abgesehen gibt das Gefühl, alle Gläubiger ausbezahlt zu haben, Schuldnern wieder Luft zum Atmen. Die psychische Komponente spielt bei Finanznöten schließlich eine große Rolle. In Extremfällen können Schulden sogar krank machen. Eine Umschuldung dagegen setzt oft neue Energien frei, sodass der neue Kredit nach Plan abbezahlt werden kann. Das fällt auch aus organisatorischen Gründen leichter, da der gesamte Kredit lediglich an einen Gläubiger gezahlt wird. Das Abbezahlen ist damit keine nervenaufreibende Sache mehr und die Kommunikation geht in der Regel sehr angenehm vonstatten.

Eine effektive Umschuldung setzt gute Kalkulation voraus

Eine Umschuldung bietet zwar eine neue Perspektive, erfordert aber dennoch ein wenig finanziellen Aufwand. Den Anfang macht eine ganz einfache Rechnung: Wie hoch sind die Schulden insgesamt? Basierend auf dem Ergebnis berechnet man eine angemessene Tilgung. Im Gegenzug müssen Schuldner natürlich auch berechnen, zu welcher Tilgung sie monatlich eigentlich in der Lage sind. An dieser kritischen Stelle gilt es, eine Schnittmenge zu finden. Ist diese nicht vorhanden, könnte die Privatinsolvenz finanziell die beste Lösung sein.

Oft ist dieser drastische Schritt jedoch nicht nötig. Entscheidend dafür ist die Bereitschaft der Bank, Schuldnern einen Umschuldungskredit zu gewähren. Naturgemäß sind verschuldete Menschen nicht gerade im Vorteil, wenn es um Kredite geht. Bei Umschuldungskrediten verhält es sich allerdings ein wenig anders – diese Art von Krediten existiert schließlich nur für Menschen, die bereits Kredite haben. Natürlich sind nicht alle Kreditnehmer verschuldet, doch alleine aufgrund der Natur dieses Kredits Chancen auch für verschuldete Personen besser. Ein Gespräch lohnt sich also auf jeden Fall.

Umschuldung bei Immobilienfinanzierung: das Gesetz kommt zur Hilfe

Ein Sonderfall sind Immobilienbesitzer, die ihre Finanzierung noch nicht abbezahlt haben. Denn dann ist eine Umschuldung in jedem Fall nach zehn Jahren möglich. Und zwar mithilfe des Ordentlichen Kündigungsrechts, das nach diesem Zeitpunkt automatisch in Kraft tritt. Zuständig ist §489 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Bedenkt man drastischen Zinssenkungen der letzten zehn Jahre, bedeutet das, dass der Immobilienkredit mithilfe eines Umschuldungskredits gut abgelöst werden kann. Der neue Kredit wäre in diesem Fall deutlich günstiger; die Ersparnis würde mehrere tausend Euro betragen.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine Umschuldung in vielen Situationen Sinn macht. Sie kann sowohl bei stabilen als auch bei instabilen finanziellen Verhältnissen zum Einsatz kommen. Da es in Zukunft immer mehr Möglichkeiten zum Konsum geben wird und die Kreditzinsen in absehbarer Zeit günstig bleiben, ist es ratsam, sich mit diesem Thema vertraut zu machen.

Was denkst Du denn von der Umschudlung? Oder hast du sogar andere Ideen, konntest damit bereits Erfahrungen sammeln oder möchtest hier deine Tipps mit der Gemeinschaft teilen? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar. Wir freuen uns schon darauf!

Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg!


Quelle Titelbild: © istock.com/Wavebreakmedia

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