7 kapitale Fehler in Niedrigzins-Zeiten

Fehler in Niedrigzins-Zeiten
Traditionelle und in der Regel sehr konservative Sparer haben in Niedrigzins-Zeiten das Nachsehen. Im Gegensatz dazu könnte es für diejenigen, die schon immer von einem Eigenheim geträumt haben, die lang ersehnte Chance sein, ihren Lebenstraum zu verwirklichen. Um Fehler in Niedrigzins-Zeiten zu vermeiden, findest Du hier 7 Beispiele, die Dir am besten nicht passieren sollten.

#1 Vertraue keinen Versprechen, die sich zu gut anhören, um wahr zu sein!

Niedrige Zinsen auf Sparbüchern heißen nicht, dass Du das Sparen aufhören solltest. Geld ist auf Deinem Tagesgeldkonto (hier geht’s zum Vergleich!), Sparbuch, oder auch in Banksparplänen ziemlich sicher, wenngleich historisch niedrig verzinst. Niedrige Zinsen werden dann für den Ottonormalhamster zum Problem, wenn sie über der Inflationsrate liegen! Man spricht dann von einem realen Kaufkraftverlust, obwohl das Geld auf dem Konto vermeintlich mehr wird. Daher ist es wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Liquidität und Rendite zu finden. Erspartes kann zum Beispiel auf Tagesgeldkonten mit 1 Prozent Zinsen wenigstens annähernd die Inflationsrate ausgleichen und garantiert zugleich Liquidität. Darüber hinaus sollten wir uns aber mit Anlagemöglichkeiten auseinandersetzen, die höhere Renditen versprechen und zugleich hochliquide sind.

Indexfonds und ETFs

Indexfonds und ETFs sind hier ganz besonders zu nennen (hier geht’s zu unserem wichtigen Artikel!). Sie können in der Regel jederzeit liquidiert, also verkauft und ausbezahlt, werden, und bieten zudem breit gestreutes Risiko, niedrige Gebühren und attraktive Renditen. Das ist vor allem damit zu begründen, dass die Geldflut, die von den Zentralbanken ausgeht, nur zu einem kleinen Teil in der Realwirtschaft in Form von Krediten ankommt, sondern sich über Umwege vielmehr in den Finanzmärkten wiederfindet und dort den Handel anregt (und Kurse in die Höhe treibt). Wichtig: Traue keinen Anlageberatern, die Dich mit hohen Renditen zu manipulieren versuchen, oder Dir aktive Fonds andrehen wollen. Banker erhalten (höhere) Provisionen auf den Verkauf von aktiven Fonds (auf ETFs wäre es uns gar nicht bekannt) und sind daher voreingenommen.

In Niedrigzins-Zeiten kannst Du allerdings durchaus attraktive Renditen erzeugen. Der Dax hat – historisch gesehen – einen durchschnittlichen Kurszuwachs von 8,5 Prozent pro Jahr erwirtschaftet. Daher macht es für uns durchaus Sinn, auf einen ETF-Sparplan zu setzen. Wenn die Entwicklung weiter läuft wie bisher, kann man sich schon mit einem geringen monatlichen Betrag von nur 150 Euro, eine nette Altersvorsorge von über 90.000 Euro sichern.

Crowdinvesting

Auch Crowdinvesting-Plattformen sind interessant. Hier kannst Du Dich mit geringen Geldbeiträgen an jungen Unternehmen beteiligen, und kannst mit einer Rendite von 5 bis 10% rechnen (hier geht’s zum Artikel). Empfehlenswerte Plattformen:

  • Companisto* → Unterschiedliche Projekte → Mindestinvest: 5€.
  • Bergfürst* → Projekte im Immobiliensektor → Mindestinvest: 10€.
  • Seedmatch* → Unterschiedliche Projekte → Mindestinvest: 250€.
  • Aescuvest* → Projekte im Gesundheitssektor → Mindestinvest: 250€
  • iFunded* → Projekte im Immobiliensektor → Mindestinvest: 500€

P2P-Kredite

Eine weitere interessante Anlagemöglichkeit sind sogenannte P2P-Kredite. Wenn Du einen P2P-Kredit vergibst, leihst Du als Privatperson, über sogenannte Kreditanbahner, einer anderen Privatperson Geld. Präziser ausgedrückt investierst Du in Kredite, die von einer anderen Person aufgenommen wurde. Dadurch erhalten Kreditnehmer in der Summe viele Kleinbeträge von verschiedenen Privatpersonen, die als Absicherung des Kredits für das jeweilige Kreditinstitut fungieren. Die Eröffnung der Konten auf den jeweiligen Plattformen ist kostenlos und die Risikostreuung sehr gut. Du kannst Dich bei Bondora* schon ab 5 Euro an P2P-Krediten beteiligen! Weitere empfehlenswerte Plattformen, die auch von uns genutzt werden und uns im Durchschnitt eine jährliche Rendite zwischen 10 und 15% einbringen, sind Mintos*, Twino oder Auxmoney*. Lade Dir einfach unseren kostenlosen P2P-Vergleich herunter (hier klicken!).

Vorsicht!

Lasse Dich nicht von dubiosen Angeboten Internet dazu verführen, vermeintlich besonders schnell und ohne auch nur einen Finger krumm zu machen Geld zu verdienen. Es handelt sich dabei um Schneeballsysteme und Ponzi/Pyramiden-Schemen, die betrügerisch an Dein Geld gelangen wollen. Oft werden solche Tricks über soziale Medien wie Facebook und Instagram beworben. Es gibt jedoch, wie oben geschildert, ehrliche und relativ sichere Möglichkeiten, Geld anzulegen und sich ein Vermögen und/oder passives Einkommen aufzubauen 🙂

Vorsicht ist auch bei Kryptobörsen geboten. Zuletzt hat sich die Bitcoin-Börse „MyCoin“ als Schneeballsystem entpuppt, ein betrügerisches Geschäftsmodell, durch welches Kunden mit Renditen bis zu 300 Prozent sowie üppigen Werbegeschenken gelockt wurden. Neue Kunden sorgten dafür, dass alte Kunden ausgezahlt werden können – um den Anschein zu erwecken, dass es sich tatsächlich um ein legales Geschäftsmodell handelt. Letztendlich ist MyCoin untergetaucht, das Geld ist verschwunden. Das Ergebnis: 342 Millionen Euro der Anleger sind weg!

2. Sich nicht um die Altersvorsorge kümmern

In Niedrigzins-Zeiten bringt die Altersvorsorge weniger ein als erwartet bzw. ursprünglich versprochen. Es ist mühsamer, für das Alter zu sparen, da es aufgrund der Niedrigzinsen verlockender ist, zu konsumieren, denn es wartet vermeintlich keine große Belohnung auf den Verzicht. Überprüfe Deine Verträge und finde heraus, ob bei Dir eine Versorgungslücke durch die niedrigen Zinsen entsteht. Falls ja, informiere Dich über die Riester-Rente, die Dir eine staatliche Förderung – bei einer Einzahlung von mindestens vier Prozent Deines Einkommens – zusichert. Von Kapitallebensversicherungen möchten wir nichts wissen, da sie sehr niedrige Renditen erzielen, und mit den monatlichen Raten oft nicht sofort ersichtliche Verwaltungskosten getilgt werden. Das breit gestreute Investment in den Finanzmarkt, ob ETFs oder Aktien, ist nach wie vor eine der besten Altersvorsorgen. Dazu kann – aber nur wenn finanziell möglich, kalkulierbar und überschaubar – auch eine Immobilie dienen. Hier muss aber auch auf den Standort der Immobilie, den Preis, und die zukünftige Preisentwicklung geachtet werden.

Eine Daumenregel besagt, dass man mindestens 10% seines Einkommens monatlich sparen und investieren sollte. Diese monatliche Sparquote kann dann jährlich um einige Prozent angehoben werden (viele Onlinebroker haben diese Option auch für ETF-Sparpläne). Man spricht dann von einer dynamischen Sparquote.

3. Sich unvorbereitet und vorschnell zum Hauskauf entscheiden

Niedrigzins-Zeiten verlocken gerade nur dazu, sich nun endlich den Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen. Ein Finanzierungszins von 1 bis 2 Prozent macht den Hauskauf plötzlich realistisch. Deshalb boomt derzeit auch der deutsche Immobilienmarkt. Aber trotzdem ist Vorsicht geboten. So schön es sein mag, keine Miete mehr zahlen zu müssen und die Freiheit im eigenen Haus zu genießen, sollten gerade die damit einhergehenden Verbindlichkeiten, wie z.B. Hausreparaturen, Grundsteuer, etc. oder unvorhersehbare Ereignisse (ein Kind, Verlust der Arbeit, etc.) unbedingt mit in die Kalkulation einbezogen werden. Mit einem Darlehen verpflichtet man sich sehr lange, und die Lebensumstände können sich in diesem Zeitraum jederzeit ändern. Daher sollte die Eigenkapitalquote beim Hauskauf mindestens zwanzig Prozent des Kaufpreises und der Nebenkosten betragen, um eine niedrigere Zinsrate zu verhandeln und einen kleineren Kredit aufnehmen zu müssen.

Achte darauf, dass die Belastung in Form der Tilgung des Darlehens und der Zinsen in einem angenehmen Rahmen bleibt, und nicht mehr als dreißig Prozent Deines Nettoeinkommens in Anspruch nimmt. Zudem ist es wichtig, die Zinsen langfristig zu sichern. Entscheide Dich lieber für eine längere Zinsbindung, auch wenn das einen etwas höheren Zinssatz bedeutet, statt einen variablen Zinssatz zu wählen. Sonst könnte Deine Finanzierung, beispielsweise durch eine Leitzinserhöhung, rasch mit einem höheren Zinssatz belastet werden. Sobald die Zentralbank den Leitzins anhebt, müssen wir uns finanziell anpassen – ob wir wollen oder nicht. Vor allem mit wenig Eigenkapital sind Angebote mit einer Zinsbindung über 15, 20, 25 oder 30 Jahre sinnvoll. Ein guter Film zum Thema Immobilienspekulation: „The Big Short“.

Nicht vergessen! Für den Notfall sollte man immer mindestens 3 Netto-Monatsgehälter zurücklegen. Zu diesem Geld sollte man zu jeder Zeit ohne Verzögerung Zugriff haben.

4. Ratenkauf ist häufig Verarsche!

Überall findet man jetzt Null-Prozent-Finanzierungen. Klar kommst Du da vielleicht in Versuchung – aber sei Dir bewusst, dass die Produktpreise bereits mit einem Aufschlag versehen sind. Spare Dir das Geld, und kaufe es mit einer Zahlung bei einem anderen Anbieter ohne Ratenkauf günstiger. Vermeide es auf jedem Fall nur deshalb zu konsumieren, weil Du wegen dem Niedrigzins keinen Sinn im Sparen siehst. Das wäre in der Tat ein kapitaler Fehler. „Wer wenig braucht, hat alles!

5. Den Zinseszins-Effekt unterschätzen

Wie wir bereits erwähnt haben, lohnt sich ein ETF-Sparplan. Wenn man sich – bei gleichbleibendem durchschnittlichen Kurszuwachs – ausrechnet, wie mächtig der Zinseszins-Effekt über die Zeit wirkt, lohnt sich eine Investition gleich mehrfach. Der Zinseszins ist die mächtigste Kraft im Geldsystem und der Hauptgrund dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Davor sollten wir uns schützen! Daher ist es aus unserer Sicht einer der größten Fehler, Geld überhaupt nicht anzulegen. Denn dann gehören wir garantiert zu den Verlierern 😉

6. Die Selbständigkeit vernachlässigen

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind Kredite ganz besonders günstig. Das bedeutet auch, dass sehr kapitalintensive Unternehmen mit geringerem Risiko gegründet werden können. Wir sind aber viel größere Fans von der Alternative, den sogenannten Lean-Startups (schlank, geringe Kosten) bzw. Bootstrapping (komplette Finanzierung des Unternehmens mit Eigenkapital). Ein gutes Buch dazu ist „Kopf schlägt Kapital“* von Prof. Dr. Günter Faltin. Dort lernst Du, was heute ein wirklich gutes Unternehmen ausmacht: Skalierbarkeit, Automatisierbarkeit und niedrige laufende Kosten.

7. Du bildest Dich nicht weiter

Bildung ist unser wichtigstes Asset – sich nicht weiterzubilden ein großer Fehler! Nur durch stetige Weiterbildung kannst Du Dir wirklich praktisches Wissen aneignen, das Du später auch monetarisieren kannst. Aus unserer Sicht gibt es hier zwei ganz besonders wichtige Faktoren. Zum einen den Grad der Spezialisierung (je spezifischer Dein Wissen, umso weniger andere Menschen besitzen es und umso teurer kannst Du es verkaufen) sowie den Bedarf/das Bedürfnis des Marktes (je höher die Nachfrage nach Deinem Wissen bzw. Deinen Fähigkeiten, umso höher die Verdienstmöglichkeiten). Bildung ist die beste Altersvorsorge. Den perfekten Einstieg bilden die besten Finanzbücher aller Zeiten (hier geht’s zum Artikel!).

Welche Fehler würdest Du der Liste hinzufügen? Was ist Deine beste Empfehlung? Schreib uns einen Kommentar! 😀

 

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Dieser Artikel enthält keinerlei Investitionsempfehlungen sondern basiert lediglich auf meiner persönlichen Meinung und persönlichen Erfahrungen. P2P-Kredite sind eine risikoreiche Anlageform. Gehandelte Aktien, ETFs, P2P-Kredite und Fonds sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann in jedem Einzelfall trotzdem nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die angebotenen Inhalte zu eigen machen oder etwaigen Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich.

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