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Finanzkrise 2008

Finanzkrise 2008 - Subprime Krise

Die Finanzkrise 2008 hielt die Welt in Atem. Von einem auf den anderen Tag schien das “Finanz-Universum” aus den Angeln gehoben worden zu sein. Alle volkswirtschaftlichen Modelle wurden plötzlich mit der Realität konfrontiert und (ob ihrer Untauglichkeit?) völlig bloßgestellt. Es offenbarte sich, dass die zahlreichen Annahmen ein völlig verzerrtes Bild der Realität zeichneten. Selbstverständlich sind Prämissen zur Abstrahierung nötig. Das impliziert aber auch, dass sich ein Modell mit jeder zusätzlichen Prämisse immer weiter von der Realität enfernt. AS-AD oder IS-LM-Modelle mögen in der theoretischen Welt gut funktionieren, sind jedoch in der Realität wertlos, solange man sie nicht in den Kontext des menschlichen Verhaltens stellt.

Die daraus entsprungene Verhaltensökonomie hat seither deutlich an Beliebtheit gewonnen!

Auslöser der Finanzkrise 2008, auch Subprime-Krise genannt, waren geplatzte Kredite von Schuldnern in den USA. Vor 2008 wurde nahezu jedem ein Kredit zum Hausbau gewährt, da die Immobilienpreise in den Jahren zuvor stiegen und stiegen. Es bildete sich eine Blase, vor deren Platzen viele Ökonomen warnten! Sie wurden aber nicht ausreichend gehört. Außerdem waren immer neue Schulden dringed nötig, um die immer größer werdenden Guthabens-Zinszahlungen weniger sehr wohlhabender Menschen, weiterhin leisten zu können. Über die Bonität des Kreditnehmers sahen die Kreditinstitute daher einfach hinweg. Schlimmer noch, sie verpacken die Schulden in ausgeklügelte Wert- bzw. Schrottpapiere und verkauften diese mit verschleiernden Bezeichnungen (z.B. Zertifikaten) weiter. Es kam, wie es kommen musste. Vieler Kreditnehmer konnten die Kredite nicht mehr bedienen. Wie im Domino setzte ein reihenweiser Zahlungsausfall ein. Da in der Folge viele Häuser auf den Markt zum Verkauf angeboten wurden, rauschten auch die Immobilienpreise in den Keller. Das Aus. Nicht nur für Schuldner, sondern auch für jene Banken, die zu viele “Schrottpapiere” (auf die natürlich die höchsten Renditen zu erzielen waren) hielten. In der Folge musste man immense Schulden abschreiben. Das wiederum geht mit einer Vernichtung von Vermögen einher. Schließlich sind Guthaben und Schulden nur zwei Seiten einer Medaille. Horst Köhler prägte im Mai des Jahres der Finanzkrise 2008 folgendes Zitat:

“Kapitalismus heißt nicht nur Rendite einfahren, sondern vor allem: mit Risiko umgehen können. Die Finanzkrise zeigt: Gerade daran haben es zu viele Akteure in den Bankhäusern der Welt missen lassen. Risiken wurden unterschätzt.” 

Heute spekulieren Banken und Versicherer schon wieder munter mit sogenannten “Schrottpapieren” und neue Blasen bilden sich auf den Finanzmärkten. Diese Blasen werden durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve (FED) und die japanische Notenbank mit dem nötigen Treibstoff versorgt, da schon lange nicht mehr überschaubare Geldmengen gedruckt werden. Anstatt Unternehmen und Haushalte mit Krediten zu verorgen erreichen sie dann häufig gar nicht die Realwirtschaft, sondern verschwinden überwiegend in den nebulösen Sphären der Finanzmärkte. Dort suchen sie nach der Möglichkeit aus Geld noch mehr Geld zu generieren.

Was passierte eigentlich während der Internetblase 2000? Erfahre es hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
M. Lewis und M. Bischoff: The Big Short: Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte*

D. Müller: Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld*
V. Etzold: Die Finanzkrise – Eine tragische Komödie*


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Brauchen wir ein neues Geld?

Passives Einkommen - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenDiesen Artikel prägte die SZ vor nahezu einem Jahr in Ihrer Ausgabe Nr. 272 vom Mittwoch den 26. November 2014. Immer häufiger wird nun auch in der breiteren Öffentlichkeit eine radikale Reform der generellen Finanz- und Wirtschaftsordnung diskutiert. Dabei attestiert die SZ, dass private Banken Geld schöpfen (das ist in der Presse selten zu lesen).  Weiterlesen

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Zur Griechenland Krise

Liegt in der Vergangenheit Islands DIE Lösung für Griechenland? Island rettete damals seine Banken nicht. Ein Schuldenschnitt Griechenlands käme diesem No Bailout Islands  praktisch gleich – nur dass es die großen privaten spekulativen Privatbanken Europas “treffen” würde. Schließlich werden ja nicht “DIE GRIECHEN gerettet” sondern deutsche und andere europäische PRIVATE Kreditinstitute! Weiterlesen

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Marxismus

MARXISMUS

Wenn man sich mit der Ungleichverteilung von Vermögen und der herrschenden Wirtschaftsordnung beschäftigt, darf Karl Marx und der von ihm gepräte Marxismus nicht fehlen. Er war, völlig unabhängig ob seiner sozialistischen Grundeinstellung, ein brilliander Wirtschaftsanalytiker. Seine wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse sollen daher im Folgenden kurz vorgestellt werden. Schließlich wurde und wird Karl Marx in Bezug auf seine Theorien in weiten Teilen missverstanden. Zudem wurden seine Theorien von Kommunisten genutzt aber falsch ausgelegt, was der Reputation Karl Marx’ ebenfalls nicht unbedingt zum Vorteil gereichte. Dabei könnte jeder von seinen Beobachtungen profitieren. Karl Marx bzw. der Marxismus hat nämlich immer das Wohl des Menschen im Fokus. Die wichtigsten drei Erkenntnisse möchten wir Euch nun vorstellen.

1) Die Werttheorie des Marxismus

Beeinflusst von der Zeit der Industrialisierung und der extremen Auszutzung des sogenannten “Humankapitals” widmete Karl Marx seine Studien der Entstehung von Waren und Preisen. Durch seine Nachforschungen konnte er beweisen, dass sich jede Ware und jeder Preis auf einen gemeinsamen Nenner reduzieren lässt – die menschliche Arbeitskraft. Sie akkumuliert sich über die Wertschöpfungskette zu einem Endpreis. Die Natur auszubeuten kostet schließlich (noch) “nichts”, weil Rohstoffe ganz ohne unsere Hilfe enstehen und wachsen. Der Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung entsteht jedoch in erster Linie aus den Kosten der enthaltenen Arbeit. Darüber hinaus gibt es natürlich auch andere Einflussfaktoren für die Produktpreise wie z. B. (versteckte) Kapitalkosten. Aber selbst diese können in ihrem Ursprung auf die Arbeitskraft zurückverfolgt werden.

2) Die Zersplitterung des Arbeitsprozesses im Marximus

Auch diese Erkenntnis lässt sich auf Beobachtungen der Zeit der Insdustrialisierung zurückführen. Karl Marx hatte gesehen, dass der Arbeitnehmer durch die zunehmende Spezialisierung von Arbeisprozessen immer mehr den Bezug zu ihrer Tätigkeit verloren. Gerade während der Industrielisierung herrschten zudem unmenschliche Arbeitsbedingungen. Man schuftete bis zu 18 Stunden am Tag, hatte kaum Pausen und die Arbeit verlief im Akkord. Zudem wurde nicht rotiert und auch keine anderen Maßnahmen verfolgt, um die Kompetenz der Arbeiter zu erweitern und damit auch deren Motivation zu fördern. Man verrichtete somit einen einzigen Handschlag, Tag ein Tag aus, teilweise sieben Tage die Woche. Es ist wenig verwunderlich, dass dadurch immer weniger Arbeitnehmer Befriedigung aus ihrer geleisteten Arbeit zogen. Schließlich sieht er kaum etwas vom Endprodukt und verfällt in eine schreckliche Monotonie.

Auch heute können wir diesen Prozess zum Beispiel bei der Büroarbeit am Computer beobachten. Nur Wenige wissen am Ende des Tages, was sie den ganzen Tag über genau getan haben, weil der Blick auf das Endprodukt fehlt. Das kann auf Dauer demotivieren und ein nicht zu vernachlässigender Grund für immer mehr Burnout-Fälle sein. Es ist also kostbar, wenn man den Mitarbeiter am Endprodukt teilhaben lässt und die Arbeitsprozesse, zum Beispiel in der Fertigung, möglichst breit fächert. Im Fachjargon spricht man hier von Job rotation, Job enlargement und Job Enrichment.

3) Konflikte zwischen Kapital und Lohnarbeit im Marxismus

Ein weiteres Mal lassen fließen Beobachtungen aus der Zeit der Industrialisierung in die Erkenntnisse des Marxismus. Auch er besitzt große Aktualität und ist eng mit dem Hamsterrad verbunden in dem wir uns befinden. Karl Marx beschreibt den zunehmend offensichtlich werdenden Unterschied zwischen Kapital und Lohnarbeit. Er spricht an, dass diese Diskrepanz eine enorme gesellschaftliche Sprengkraft entwickeln kann. Schließlich können jene Menschen, die Kapital besitzen, nur durch dessen Besitz mehr Kapital generieren. Menschen die als Angestellte oder Selbstständige arbeiten, müssen mit ihrer Hände Arbeit Kapital generieren. Während der eine also für sein Geld schweißtreibend arbeitet, setzt es der andere lediglich ein, um daraus mehr zu machen. Kapital ist Lohnarbeit also immer überlegen. Diese Situation ist heute womöglich deutlicher erkennbar dennje. Wenn Familie Quandt beispielsweise 800 Millionen EUR Dividenden pro Jahr durch ihre BMW-Aktien erhält kann sie diese unmöglich verkonsumieren (hätte sie ein Herz aus Gold könnte sie allerdings fast den kompletten Betrag spenden). Einen großen Teil müssen sie daher wieder investieren, damit die Inflation auf lange Sicht nicht das Vermögen auffrisst. Dadurch generieren sie noch mehr Kapital, das sie wieder investieren müssen usw. Diese Kapitalüberlegenheit hat den Begriff des Kapitalismus geprägt.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
K. Marx: Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie*

G. Fülberth: Marxismus: Basiswissen Politik/Geschichte/Ökonomie*
E. Hobsbawm: Wie man die Welt verändert: Über Marx und den Marxismus*


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Unnötige Arbeit

Der Begriff unnötige Arbeit bekommt nur selten die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient. Dabei ist unnötige Arbeit eine der relevanten Konsequenzen der überwiegend verbreiteten westlichen Wirtschaftsordnung. Er bedeutet immense Kosten für das Gemeinwesen, ohne bedeutenden Mehrwert für die Allgemeinheit zu schaffen. Vielmehr senkt es in der Summe unseren Lebensstandard und das zwingt uns dazu Tag auf Tag noch schneller im Hamsterrad laufen zu müssen. Der Faktor unnötige Arbeit sollte somit unbedingt nicht nur in den akademischen Wirtschaftswissenschaften sondern auch von den an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessierten Laien mehr Beachtung finden. Einen großen Beitrag zur Aufklärung und Aufklarung hat Prof. Christian Kreiß geleistet. Er bezeichnet unnötige Arbeit zurecht als blinden Fleck in den Wirtschaftswissenschaften, da er, wie bereits erwähnt, kaum thematisiert wird und weitgehend unbekannt ist. Dabei reicht eine einzige, einfache Fragestellung aus, um den Sachverhalt zur Diskussion zu stellen:

Ginge es uns allen heute nicht besser, wenn einige Bankster anstatt undurchschaubare Finanzprodukte zu entwickeln, in einem Altenheim gearbeitet hätten?

Definition unnötige Arbeit

Unter dem Begriff der unnötigen Arbeit wird also Arbeit verstanden, die nicht zum Zwecke der allgemeinen Vermehrung der Lebensqualität beiträgt, sondern lediglich einer sehr kleinen Gruppe dient. Unnötige Arbeit - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenNur wenn der allgemeine Wohlstand (im Sinne höherer Lebensqualität) über Ländergrenzen hinweg steigt, können wir ein friedliches und nachhaltiges globales Zusammenleben gewährleisten. Und das ist aus unserer Sicht die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts! Insofern sollten wir eigentlich alle, selbst jene die von der derzeit dominanten Geld- und Wirtschaftsordnung besonders profitieren, an gemeinschaftlichen und friedlichen Lösungen interessiert sein. Der Faktor unnötige Arbeit ist aber erst aus dieser prekären Wirtschaftsordnung hervorgegangen, in der das oberste zu erreichende Ziel der maximale finanzielle Profit ist. Dabei ist sie häufig vielmehr Beschäftigungstherapie als tatsächliche Arbeit oder gar Beruf. Beruf kommt sintemalen von Berufung! Die maßgebliche tiefer liegende Ursache unnötiger Arbeit liegt im allgemeinen Überkonsum.

Unnötige Arbeit verteuert in der Folge unser aller Leben!

Prof. Kreiß betont dabei, dass der Abbau dieser Problematik allein bereits zu einer wirtschaftlichen Dürre führen könnte, da ein Großteil der Arbeit eingespart werden müsste. In der Folge wäre allerdings ein deutlich gesünderer Zustand erreicht. Das könnte allen auf Dauer einen Lebensstil ermöglichen, der von mehr Freizeit, weniger Arbeitsstress und höherer finanzieller Unabhängigkeit gekennzeichnet wäre. Im Bezug auf die allgemeine Gesundheit (Stichwort Burnout) spielt der Gesichtspunkt der Beschäftigung ohne Identifizierung mit der Tätigkeit eine besonders wichtige Rolle. Wer ein Leben lang einem Job nachgeht, der ihn nicht ausfüllt und befriedigt, der ist deutlich stärker gefährdet an Burnout zu erkranken! Aber auch im Hinblick auf unser Ökosystem könnte ein Abbau unnötiger Arbeit dazu beitragen, die bereits verursachten Schäden wenigstens halbwegs zu regenerieren. Das Ziel müsste dann materielle Autarkie heißen.

Insbesondere in diesem Punkt müssen wir uns alle an der eigenen Nase packen, denn ein Großteil der unnötigen Arbeit wird eben durch unnötigen Konsum hervorgerufen und provoziert. Wer schafft es schon, auf eine (oder gar mehrere) der folgende Fragen mit Nein zu antworten?

– Ich habe mir einen neuen Fernseher gekauft, obwohl der alte noch funktionstüchtig ist?
– Ich habe mir ein neues Auto gekauft, obwohl das alte noch tapfer lief?
– Ich habe mir einen neues Handy gekauft bzw. geschenkt bekommen, obwohl der Vorgänger keinerlei Macken hatte?

Hier erkennen wir uns wahrscheinlich alle wieder. Der eine mehr, der andere weniger. Gerade beim Umfang und der Art unseres Konsums können wir jedoch alle gemeinsam Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaftsordnung nehmen! Es ist schon ein Anfang, sich beim nächsten Einkauf zweimal zu überlegen, ob man diese oder jene Sache wirklich braucht oder man nicht sogar besser dran wäre sie nicht zu konsumieren?

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursDu hast nun bereits jede Menge Informationen über das zugrunde liegende Wirtschafts- und Geldsystem sammeln können. Welche Auswirkungen sich darauf für das aktuelle Geldsystem ergeben, erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
C. Kreiß: Profitwahn: Warum sich eine menschengerechtere Wirtschaft lohnt*
B. Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie: Wirtschaftstheorien in der Krise*

C. Kreiß: Geplanter Verschleiß: Wie die Industrie uns zu immer mehr…*


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Bretton-Woods-System

BRETTON-WOODS-SYSTEM

Über nahezu 30 Jahre existierte auf der Welt ein System fester Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar – das sogenannte Bretton-Woods-System. Es wurde 1944 unter Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet. Die Grundlage bildete der sogenannte “White Plan”. Das System fester Wechselkuse sollte mit der Auflösung durch Richard Nixon im Jahr 1971, und der Abkopplung vom Goldstandard, enden. Das Bretton-Woods-System ist in der Wirtschaftswissenschaft kaum kritisch untersucht worden. Ist es doch der Hauptgrund, weshalb der US-Dollar zur Weltleitwährung werden konnte: „Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherrschender Männer unterworfen ist.” (Woodrow Wilson)

Die Kontrolle und Durchsetzung des Abkommens übernahmen die neu geschaffenen Institutionen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Heute zeichnen sowohl die Weltbank als auch der IWF für die Vergabe von Krediten an Länder der 3. Welt verantwortlich. Sie werden auch gerne als “Lender of last resort” (Verleiher der letzten Instanz) bezeichnet. 

Das Bretton-Woods-System – eine Übersicht:

Um das Bretton-Woods-System richtig zu verstehen, beginnen wir mit einer Frage. Was bedeuten feste Wechselkurse für Volkswirtschaften und wie genau sah das beim Bretton-Woods-System aus? Im Bretton-Woods-System wurde verankert, dass zwischen dem US-Dollar der USA und den Währungen der restlichen Welt ein Regime festgelegter (fixer) Wechselkurse geschaffen wird. Der US-Dollar wiederum war vermeintlich durch Gold gedeckt und in selbiges einlösbar. Man legte fest, dass 35 US-Dollar genau einer Unze Gold (31,1 Gramm) entsprechen sollten.

Um die Stabilität des Systems zu gewährleisten wurden die Zentralbanken weltweit dazu verpflichtet, überschüssige US-Dollar abzuschöpfen (abzukaufen) und als Reserve zu halten. Das ist ein weiterer Hauptgrund, weshalb sich viele Zentralbanken vor US-Dollar-Reserven kaum retten können. Das wiederum sorgt für große Sorge vor einem Dollar-Crash. Somit mussten bis zum Jahre 1971, als das Bretton-Woods-System aufgelöst wurde, alle Währungen einen festen Kurs zum US-Dollar einhalten. Damit war der Mechanismus der Auf- und Abwertung und damit der Anpassung an die dem jeweiligen Land adäquate volkswirtschaftliche Stärke nicht mehr gegeben. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Nicht zuletzt, da auch die vermeintlich vorhandenen Goldreserven schon lange ausgegangen waren, wurde das Bretton-Woods-System dann schließlich aufgegeben. In der Folge kehrte man zu einem System flexibler Wechselkurse zwischen den Ländern zurück.

Weshalb gerade Karl Marx mit seinen Analysen so interessant ist, erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
E. Wolff: Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs*
N. Kishtainy: Das Wirtschaftsbuch: Wichtige Theorien einfach erklärt*
G. Hesse: Die Goldpolitik der Notenbanken: seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems*


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Euro-Unwahrheiten

Der für Deutschland zu schwache Euro hat die deutsche exportorientierte Wirtschaft quasi zum Gewinner der Eurozone werden lassen. Gerade deshalb wird uns in der Medienwelt ständig suggeriert, Deutschland profitiere vom Euro wie kein zweites Land in Europa und müsse deshalb nun auch zahlen.

Aber stimmt diese Aussage bei genauerem Hinsehen wirklich, oder wird sie lediglich aus strategischen Gründen lanciert?

1. Euro Kaufkraftstabilität:

Die Kaufkraft des Euro hat seit dessen Einführung rund 60 Prozent eingebüßt – also in 10 Jahren! Gleichbedeutend mit einer mehr als Verdopplung der Preise – und Reallohnsenkungen.
Die D-Mark hingegen war über einen langen Zeitraum eine der stabilsten Währungen der Erde.

2. Euro Zinsniveau:

Durch die Einführung der Euro-Zone änderten sich die Zinsniveaus der Teilnehmer dramatisch. Die vorherigen Niedrigzinsländer (Deutschland, Niederlande, Österreich, Luxemburg, Frankfreich usw.) mussten deutliche Zinszuwächse hinnehmen, während die vorherigen Hochzinsländer, die Peripheriestaaten der Eurozone, einen deutlichen Rückgang der Zinsen verzeichnen konnten. Euro in der Krise - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenIn der Folge, konnten diese Staaten sowohl öffentlich als auch privat wesentlich mehr Kredite aufnehmen als dies die Wirtschaftskraft eigentlich zugelassen hätte was zu einer Erhöhung der Staatsausgaben führte (das umgangssprachliche “über die Verhältnisse leben”) während für die Niedrigzinsländer durch den Zinsanstieg die Refinanzierung als auch das in Gang halten der Wirtschaft deutlich erschwert wurde. In den Peripheriestaaten, insb. in Spanien, führten diese niedrigen Zinsen in der Konsequenz zu einem künstlichen Konjunkturboom, der insbesondere in der Bauindustrie zu beobachten war. Faktisch war es so, dass die Spanier durch die niedrigen Zinsen dazu “gedrängt” wurden, Häuser zu bauen, da die Immobilienpreise wesentlich stärker wuchsen als die Kreditzinsen betrugen. Als die Zinsen dann, mit abnehmender Bonität der Länder durch zunehmende Verschuldung (nicht nur in Spanien – sondern in allen Peripheriestaaten), wieder anstiegen – konnten viele “Häuslebauer” die Kredite nicht mehr bedienen und mussten die Bauprojekte aufgeben (deshalb sind in den Südländern überdurchschnittlich viele nur zur Hälfte fertig gebaute Häuser zu sehen). Real gesehen profitierten also die Peripheriestaaten durch den Zinsgewinn, während die “Kernländer” durch steigende Zinsen benachteiligt wurden. Als Folge der Euro-Einfühung zahlt Deutschland die höchsten Realzinsen (Zins nach Abzug der Inflation), obwohl es während der D-Mark-Zeiten die niedrigsten Realzinsen zu zahlen hatte.

3. Euro und Reallohn:

Der Reallohn ist in direktem Zusammenhang mit dem Realzins zu sehen. Durch den künstlichen Konjunkturboom kam es in den Peripheriestaaten zu deutlichen Lohnerhöhungen, die auf Dauer unter dem Gesichtspunkt international konkurrierender Märkte zu zu teuren Produkten führten. Diese Länder verloren also durch die steigenden Löhne an Wettbewerbsfähigkeit was wiederum zu der enorm hohen Arbeitlosenquote führte, mit der sie derzeit zu kämpfen haben. Umgekehrt erging es den Kern-Eurostaaten. Diese mussten stetige Reallohnsenkungen hinnehmen was sie international durch günstigere Produkte zwar wettbewerbsfähiger (insbesondere gegenüber den sowieso schwächeren Peripheriestaaten) machte, was zu einem Zuwachs an Arbeitsstellen führte – die breite Bevölkerung jedoch durch immer niedrigere Löhne zunehmend ärmer macht.
Die wahren Profiteure in Deutschland sind die wenigen DAX-Konzerne, die durch die niedrigen Reallöhne die Exportrate exorbitant steigern konnte.

Euro und die Euro Krise - Geld- und Wirtschaftssystem verstehen mit Tag auf Tag im Hamsterrad

Leider muss man abschließend sagen, dass (bis auf die wenigen Ausnahmen der großen Konzerne) die breite Bevölkerung Europas (die einen durch Reallohnsenkungen – die anderen durch steigende Arbeitslosenquoten) durch die gemeinsame Währung deutlich benachteiligt werden. Dies führt dann leider zu gegenseitigem Neid, Hass und der Wiederaufflammung von nationalistischen Ressentiments obwohl doch beide Seiten die Verlierer sind.

Die Frage muss erlaubt sein, weshalb diese tieferen Ursachen niemals erläutert werden? Durch dieses Verständnis könnte das Konfliktpotenzial der Bevölkerungen deutlich abgemildert werden.

Und trotzdem wird uns immer wieder eingetrichtert, dass wir (Deutschland) die großen Gewinner der Eurozone seien. Doch weder wir, noch die zunehmend verarmenden Peripheriestaaten sind Gewinner. Würden die Länder zu ihrer eigenen Währung zurückkehren, könnten diese Spannungen abgebaut – durch den Auf- und Abwertungsmechanismus – werden.

4. Euro Aufnahmekriterien, Schummeleien und der Maastricht-Vertrag

Bereits bei der Aufnahme einiger Länder in die Eurozone wurden Bilanzfälschungen billigend in Kauf genommen. Das soll heißen, dass die Länder (auch Deutschland) sehr wohl wussten, dass die Periphäriestaaten (wie z.B. Griechenland) die Aufnahmekriterien nicht erfüllt haben und nur durch entsprechende “beschönigende” Bilanz(tricks) diese Kriterien erfüllten. Übrigens war es auch Mario Draghi (während seiner Goldman Sachs Zeit) der hier tatkräftig mithalf und Goldman Sachs anschließend die Sahnestücke Griechenlands sicherte.
Leider ist noch zu unbekannt, dass in Griechenland gewaltige Öl- und Gasvorkommen schlummern (das ist allerdings noch nicht so lange bekannt – das Bekanntwerden fällt erstaunlich exakt mit der Veröffentlichung der griechischen Schuldenproblematik (die ja bereits vorher bekannt war) und der Hetze gegen die älteste Demokratie der Welt zusamen). Dieses Land ist also nicht arm, sondern enorm reich – die Bevölkerung wird davon, ähnlich wie in Libyen/ Irak/ Afganistan/ Sudan/ Uganda (Kony – der seit Jahren schon nicht mehr in Uganda ist – lässt grüßen)/ und wohl leider bald auch Syrien und Iran usw. usw. leider niemals profitieren – ganz anders aber die Großkonzerne des Öl- und Gasgeschäfts.

Die Konsequenz aller angesprochenen und analysierten Problematiken sind immer wiederkehrende Wirtschafts- und Finanzkrisen. Die verheerenden Auswirkungen der bekanntesten Krisen findest Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
W. Hankel: Die Euro-Bombe wird entschärft*

M. Otte: Stoppt das Euro-Desaster!*
H.-W. Sinn: Gefangen im Euro (Edition Debatte)*


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Leitzins

DER LEITZINS - FAZILITÄTEN DER ZENTRALBANK

Immer wenn wir etwas von der EZB hören, denken wir automatisch an den Leitzins oder an das Geld drucken. Damit Geld überhaupt geschaffen werden kann, braucht es allerdings etwas mehr als ein paar Druckerpressen. Der Vorgang ist nicht selten komplex und vielschichtig. Hierfür stehen den Zentral- bzw. Notenbanken eine Reihe geldpolitischer Instrumente zur Verfügung. Diese Werkzeuge nennt man Fazilitäten. Damit versuchen sie unter anderem die in der Volkswirtschaft umlaufende Geldmenge zu steuern. In Europa verfolgt die EZB mittels der Fazilitäten ein Inflationsziel von zwei Prozent. Die bekannteste der Fazilitäten ist der “Leitzins”, doch es gibt eine Vielzahl geldpolitischer Möglichkeiten.

“Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln.” (Jean Paul Getty)

Fazilitäten – Der Leitzins

Mit der Justierung des Leitzinses kann die Zentralbank Einfluss auf “Wechselgeschäfte” nehmen. Unter diesen sogenannten “Wechseln” versteht man die Vorfinanzierung der Handelsunternehmen (HU) gegenüber den Produktionsunternehmen (PU). Das ist in der herrschenden Wirtschaftsordnung notwendig, da die HU in der Regel nicht über genügend Eigenkapital verfügen, um alle Waren vorzufinanzieren. Nur so kann man garantieren, dass die Wirtschaft mit ausreichend Gütern versorgt wird.  Im Prinzip wird hier auf Komission geliefert und als Gegenwert ein Wechsel ausgestellt. Auch das ist eine Versprechung auf Zahlung des Geldes.

So funktionieren Wechsel

Diese Wechsel können von Produktionsunternehmen bei der Geschäftsbank gegen Geld eingetauscht werden. Die Geschäftsbanken können diese Wechsel wiederum bei der Zentralbank gegen Geld “rediskontieren”. Handelt es sich bei diesem Geld um Sichtguthaben (das ist normalerweise der Fall), dann ist ein Wechsel ein Anspruch auf einen Anspruch auf Geld (in Form gesetzlichen Zahlungsmittels). Über den Abschlag (Zinssatz) kann die Zentralbank nun Einfluss nehmen. Damit beeinflusst sie zum Beispiel auch, wie hoch dein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verzinst wird.

Fazilitäten – Der Lombardsatz

Der Lombardsatz bestimmt, zu welchem Zinssatz Wertpapiere bei der Zentralbank kurzfristig verpfändet werden können. Mit der Verpfändung meint man eigentlich die Liquidation – sprich Wertpapiere zu Geld zu machen. Eine sehr gängige Methode den Lombardsatz zu nutzen sind beispielsweise Staatsanleihen, die von Geschäftsbanken bei der Geschäftsbank als “Sicherheiten” hinterlegt, verpfändet, werden. Damit kann sich die Geschäftsbank weiteres Geld leihen und an die Kunden weiterreichen.

Fazilitäten – Die Offenmarktpolitik

Dieses Instrument ist gerade in jüngster Vergangenheit durch den Ankauf griechischer Staatsanleihen in Verruf geraten. Es erlaubt es den Zentralbanken auf dem offenen Markt Wertpapiere anzukaufen und zu verkaufen. Durch den Ankauf führt sie dem Markt Geld zu (Geldmengenerhöhung), durch den Verkauf entzieht sie dem Markt Geld (Geldmengenverknappung). In der Eurozone ist in der Regel die Offenmarktpolitik mit dem Begriff des “Leitzinses” als Instrument der Geldmengensteuerung gemeint.

Fazilitäten – Die Mindestreserve

Neben der Offenmarktpolitik stellt die Festlegung der Mindestreserve das wichtigste geldpolitische Instrument der Zentralbank dar. Die gesetzliche Mindestreserve (die wir unter dem Kapitel Fractional Banking mit der Giralgeldschöpfung verknüpft haben), muss von Geschäftsbanken bei der Zentralbank in Zentralbankgeld gehalten werden. Sie ist die Voraussetzung für Geschäftsbanken Kredite – Ansprüche auf Geld – vergeben zu können. Damit kann die Zentralbank die zusätzliche Kreditvergabe (Geldschöpfung) der Geschäftsbanken legislativ beschränken.

Die Fazilitäten ermöglichen also erst die Geldschöpfung. Wie diese funktioniert erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
N. Herger: Wie funktionieren Zentralbanken?: Geld- und Währungspolitik verstehen*
T. Mayer: Die neue Ordnung des Geldes: Warum wir eine Geldreform brauchen*

L. Wildmann: Makroökonomie, Geld und Währung*


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Geldmenge und Geldmengensteuerung

GELDMENGE und GELDMENTENSTEUERUNG

Die ersten Kapitel haben aus Dir bereits einen richtigen Geldspezialisten gemacht. Mit diesem Wissen kannst Du nicht nur Deinen eigenen Weg zur finanziellen Freiheit beschleunigen, sondern auch anderen dabei behilflich sein. Denke immer daran, dass man das, was man gibt, um ein Vielfaches zurückbekommt! In diesem Kapitel erfährst Du, was es mit der Geldmenge und ihrer Steuerung durch die Zentralbanken auf sich hat. Zum Teil haben wir diese Themenbereiche ja schon angeschnitten, aber wir möchten Dich ja zum Fuchs machen – also, weiter gehts!

Definition der Geldmenge

Wenn Du die Funktionsweise von Inflation und Deflation verstanden hast, dann ist der größte Schritt bereits getan. Sie hängen nämlich eng mit der Geldmenge und der Geldmengensteuerung zusammen. Klar ist, dass die Geldmenge einen besonderen Einfluss auf unsere Lebenshaltungskosten hat. Insofern sind Definitionen nicht selten – selbst in der akademischen Wirtschaftswissenschaft – äußerst umstritten. Das liegt zum Teil auch daran, dass nach wie vor nicht klar ist, was Geld eigentlich genau ist (siehe Definition Geld). Dabei weiß heute jeder:

“Geld regiert die Welt!”

Eine genaue Kenntnis über die Geldmenge ist jedoch von essentieller Bedeutung für die Zentralbanken. Sie sind nämlich mit der Aufgabe betraut, die Geldmenge zu kontrollieren und an die Volkswirtschaft(en) anzupassen. Solange aber eine klare Definition von Geld fehlt, ist auch eine effektive Steuerung kaum möglich. Damit ist es extrem schwer Volkswirtschaften vor inflationären oder deflationären Tendenzen zu bewahren! Außerdem führen ungenaue Geldmengenangaben dazu, dass – per Hebelung durch Kreditvergabe der privaten Geschäftsbanken – Überschüsse zu spekulativen Zecken verwendet werden. Das wiederum kann besonders gefährliche Rückkopplungseffekte für die reale Volkswirtschaft haben. Geld und seine verschiedenen Ausprägungen wird allerdings klassifiziert und somit sind auch einigermaßen genaue Geldmengenangaben möglich. Folgende Unterscheidungen werden innerhalb der Geldmengen gemacht:

Geldmenge M0:

Darunter werden alle Banknoten und Münzen zusammengefasst, die sich im Umlauf bzw. bei Geschäftsbanken befinden. Die Geldmenge M0 zeigt damit den Bestand gesetzlicher Zahlungsmittel – dem einzig wahren Geld. Über sie wird – mittels des Leitzinses – die Geldmenge gesteuert. Man muss allerdings wissen, dass die privaten Geschäftsbanken durch Kreditvergabe (anhand der Mindestreserve-Regelung) daraus ein Vielfaches an Sichtguthaben schaffen können.

Geldmenge M1:

Darunter versteht man den gesamten Bargeldbestand (Zentralbankgeld) zuzüglich der Sichtguthaben. Sichtguthaben, als Bestände auf Girokonten, sind jedoch nichts weiter, als Ansprüche auf Zentralbankgeld. Damit bezeichnet die Geldmenge M1 bereits “Geld”bestände, die gar nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Damit begeben wir uns schon auf eher unsicheres Terrain.

Geldmenge M2:

Darunter versteht man die Geldmenge M1, plus alle Einlagen mit Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten. Hier schleicht sich eine weitere Verwirrung in die Diskussion. Denn was hat die Geldmenge schon mit Einlagen und Kündigungsfristen von drei Monaten zu tun? Schließlich können diese Einlagen frühestens in drei Monaten zu richtigem Geld gemacht (liquidiert) werden! Es sind also nicht nur Ansprüche auf zukünftiges Geld, sondern, würde man sie in Sichtguthaben einlösen, sogar nur noch Ansprüche auf Ansprüche!

Geldmenge M3:

Noch komplexer wird es bei der Geldmenge M3. Sie beinhaltet die Geldmenge M2 plus alle Anteile an Geldmarktfonds, Rücklaufversicherungen, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen (mit Laufzeit bis zu zwei Jahren). Sie enthält also unter anderem sogar Ansprüche auf Ansprüche auf Ansprüche auf Geld! Nun kann man auch verstehen, weshalb es für die Zentralbank so schwer ist, eine effektive, präzise und für alle zufriedenstellende Geldmengensteuerung zu gewährleisten. Wegen der vielfältigen Formen und Arten von “Geld” bzw. von Krediten, haben sie es mit einer sehr großen Undurchsichtigkeit zu tun.

Je nach dem welche der genannten Berechnungsgrundlagen nun herangezogen wird, ergeben sich bedeutende Unterschiede. Wie bereits im Abschnitt Inflation & Deflation beschrieben, entstehen Probleme für die Volkswirtschaft, wenn die Geldmenge nicht den realwirtschaftlichen Werten entspricht und adäquat angepasst werden kann.

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursWelche Instrumente die Zentralbank für ihre Geldpolitik – unter anderem der guten Geldmengensteuerung – zur Verfügung hat, wird im Kapitel “Fazilitäten” beleuchtet.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
N. Herger: Wie funktionieren Zentralbanken?: Geld- und Währungspolitik verstehen*

H. Hazlitt: Die 24 wichtigsten Regeln der Wirtschaft*
H. Gischer und B. Herz: Geld, Kredit und Banken: Eine Einführung (Springer-Lehrbuch)*


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Wissenswertes

Es gibt noch eine Menge weiterer Aspekte und Einflussfaktoren bezüglich des herrschenden Geldsystems sowie den Herangehensweisen daraus zu entkommen. Sie wurden bislang noch nicht angesprochen. Deshalb ist diese Rubrik entstanden. Sie listet wissenswerte Begriffe auf und erklärt sie. Momentan befinden sich darunter folgende Thematiken:

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und Erkenntnisse sammeln!

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Glass Steagall Act – Trennbankensystem

TRENNBANKENSYSTEM - GLASS STEAGALL ACTDer Glass Steagall Act (Trennbankensystem) in den USA geht zurück auf das Jahr 1933. Er wurde unter wirtschaftlich höchst turbulenten Zeiten erlassen.

Es war die Reaktion auf die katastrophalen Auswirkungen der Ereignisse vom Schwarzen Freitag, der sich 1929 ereignete und eine Weltwirtschaftskrise (die große Depression) nach sich zog. Das Ziel war die Bekämpfung der Bankenkrise und der bereits seit Jahren anhaltenden Deflation.

Diese Tendenzen mussten dringend abgeschwächt und umgekehrt werden, wollte man den Totalzusammenbruch der Weltwirtschaft vermeiden. Anstatt dessen verstärkten sie sich aber sogar gegenseitig!

Deflation bedeutet, dass sich Preise in einer Abwärtsspirale befinden. Alles wird Tag auf Tag günstiger. Was die Wirtschaft zunächst belebt, führt schon kurz darauf dazu, dass immer weniger Geld ausgegeben und konsumiert wird. Alle Welt spekuliert nämlich darauf, dass die Preise noch weiter fallen. Das kann die Wirtschaft sogar zu Erliegen bringen. Gerade in solchen Zeiten braucht es Kredite für Investitionen – von Banken.

Doch genau das war damals das größte Problem. Da infolge des Börsenzusammenbruchs von 1929 ein Großteil der Schuldner ausfiel, mussten die Banken enorme Summen abschreiben. Der zusätzlich ausgelöste Bank-run tat sein übrigs dazu, dass fast ein Drittel aller Banken Pleite gingen. Kredite waren überaus knapp und nur schwer zu bekommen – heute sehen wir in deflationären Zeiten genau die gegenläufige Tendenz.

Glass Steagall Gesetz oder Trennbankengesetz

Der Glass Steagall Act, zu Deutsch Trennbankensystem, ist ein US-amerikanisches Gesetz zur Regulierung der Finanzmärkte, genauer gesagt der Banken. Es wurde unter Präsident Hoover 1932 erlassen und später – 1933 – unter Präsident Roosevelt nochmals modifiziert verabschiedet.

Die Idee dazu geht auf Senator Carter Glass (Virginia) und dem Kongressabgeordneten Henry B. Steagall zurück. Das Gesetz wurde – den beiden Demokraten zu Ehren – nach ihnen benannt.

Das Gesetz des Glass Steagall Act beinhaltete die stabilisierende Regelung, dass Banken ihr Kerngeschäft fortan vom Spekulationsgeschäft zu trennen hatten.

Was heißt Trennbankensystem genau?

Das Kerngeschäft von Banken liegt eigentlich im Kreditwesen. Das heißt in der Ausgabe von Krediten an private Haushalte und Unternehmen.

Private Haushalte nutzten die Kredite damals vor allem für die Finanzierung des Hausbaus im Sinne eines traditionellen Darlehens. Erst später begann die Flut der (dummen) Konsumkredite. Darüber hinaus waren Banken vor allem für die Aufbewahrung der Einlagen der Kunden zuständig, was im Laufe der Jahre immer risikoreicher wurde..

Unternehmen wiederum benötigen Kredite um Investitionen tätigen zu können. Im Rahmen einer sogenannten Fremdfinanzierung über Banken können damit deutlich größere Investments getätigt werden. Das Unternehmen kann dadurch auf der einen Seite das Eigenkapital hebeln und auf der anderen Seite das Risiko von Investitionen verringern.

Das Bankensystem der Trennbanken

Banken mussten im Trennbankensystem somit ihre traditionellen bzw. kommerziellen Einlagengeschäfte- und Kundengeschäfte von Investmentgeschäften strikt trennen.

Sie mussten ihr Geschäft somit dem einer Spezialbank angleichen und sich zwischen Kredit- bzw. Einlagengeschäft oder Investmentgeschäft entscheiden. Man hatte nämlich über viele Jahre festgestellt, dass gerade die Verknüpfung von traditionellem Kreditgeschäft mit dem Investmentbereich schnell zu Interessenkonflikten führen konnte. Diese äußerten sich zum Beispiel in spekulativem Handel und unprofitablen Kreditvergaben.

Das Dasein als Investmentbank hatte für das Renditegeschäft jedoch einen erheblichen, lange unterschätzen Vorteil. Investmentbanken unterlagen nicht weitaus weniger strengen Aufsichtsregeln und Kapitalvorschriften als traditionelle Geschäftsbanken

Das Problem der Universalbanken

Gerade Börsenzusammenbrüche und damit verbundene rapide Kursverluste, könnten große Universalbanken, die ebenfalls in das Investmentgeschäft involviert sind, schnell in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Ein Bankrott trifft jedoch „normale“ Bankkunden in Universalbanken ebenso – und zwar völlig ungerechtfertigt! Derweil wollen sie ihr Geld eigentlich lediglich gut verwaltet wissen.

Der Glass Steagall Act stellte lange Zeit ein stabilisierendes Trennbankensystem her. Es sorgte dafür, dass der systemisch wichtige Teil der Banken – die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten – im Falle eines drohenden Bankrotts von der Regierung (den Steuerzahlern) aufgefangen werden konnte.

Insofern war die Trennung der Geschäftsbereiche von Universalbanken – spekulatives Investmentgeschäft vs. traditionelles Bankgeschäft – voll und ganz gerechtfertigt.

Wer bei den Banken in der Kreide steht, muss damit rechnen, dass die ihn im Ernstfall in der Tinte sitzen lassen.” (Renzie Thom)

Die Auflösung des Trennbankensystems

Durch den sogenannten “Gramm-Leach-Bliley Act” wurde das Trennbankensystem 1999 aufgehoben und der Glass Steagall Act außer Kraft gesetzt. Die Trennung zwischen Investment- und Kreditgeschäften für Geschäftsbanken war plötzlich nicht mehr vorhanden. Querfinanzierungen waren wider möglich und gerade für Kleinanleger stieg das Risiko enorm.

Der Gesetzbeschluss des “Gramm-Leach-Bliley Act” geht übrigens auf den damaligen Finanzminister Robert Rubin (zuvor 26 Jahre bei Goldman Sachs) – ausgerechnet während der Zeit der Clinton-Administration – zurück. Es sollte übrigens nicht die einzige liberalisierende Deregulierungsmaßnahme sein, die Rubin damals zugunsten der Finanzmärkte anstieß.

Kritiker sehen in der Auflösung des Trennbankensystems ein erhebliches systemisches Problem und nicht zuletzt den Hauptauslöser der Finanzkrise 2008.

Damals gingen einige Banken hohe spekulative Risken ein und vernichteten die Einlagen ihrer Kunden. Die Auflösung des Trennbankendsystems führte zudem dazu, dass die Steuerzahler für Verluste des spekulativen Investmentgeschäfts der Privatbanken aufkommen mussten. Die Banken waren aufgrund ihrer Systemrelevanz “too big to fail” (zu groß zum Scheitern) geworden.

Deshalb versucht man Bankpleiten, wie bpsw. jene von Lehman Brothers, unbedingt zu vermeiden. Sie können einen Dominoeffekt auslösen, der in kürzester Zeit das gesamte Finanzsystem in den Abgrund zu reißen vermag.

Bankensystem Deutschland

Die nicht-Trennung von Einlagen- und Investmentgeschäft in Universalbanken hält bis zum heutigen Tage an. Wie auch aus vielen anderen Finanzkrisen, scheint man aus den Ereignissen von 2008 nicht schlauer geworden zu sein.

Viele Banken haben heute selbst in Deutschland kritische Größen erreicht. Ein Bankrott hätte somit auch für die REALE Volkswirtschaft verheerende Konsequenzen. Insofern bleibt Regierungen im Fall der Fälle gar keine andere Wahl, als diese Banken immer und immer wieder mit Steuergeldern- oder eigener Verschuldung zu “retten”.

In Deutschland bekamen wir die Auswirkungen dieses Universalbankensystems z. B. durch die Pleite der Hypo Real Estate zu spüren. Heute weiß man, dass der Staat in dieser einzigen Bank bereits mehr als 150 Milliarden Euro an Steuergeldern versenkt hat. Man riskiert mit einem System, das Kredit- und Investmentgeschäft nicht trennt, dass spekulative Geschäfte über das traditionelle Bankenwesen immer mehr die Oberhand gewinnen.

Da sich Finanzkrisen in bestimmten zeitlichen Abständen immer wieder ereignen ist das besonders gefährlich. Dadurch werden nämlich die Einlagen der Bankkunden, die für ihre Ersparnisse im Hamsterrad hart arbeiten müssen, gefährdet. Das Trennbankensystem und seine Wiedereinführung sollte daher dringend diskutiert werden!

Nicht nur das Trennbankendsystem sondern auch das Bretton-Woods-System wurde während der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt verabschiedet. Es sicherte den USA über viele Jahrzehnte die Vormachtstellung auf den Weltmärkten. Wie und warum erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
H. Peukert: Das Moneyfest: Ursachen und Lösungen der Finanzmarkt- und…*

D. Rant: Verzockte Freiheit: Wehrt euch! Politiker und Finanz-Eliten setzen unsere…*
Y. Varoufakis: Der globale Minotaurus: Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft*


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Euro Krise

Euro Krise

Aufgrund der Brisanz der Euro Krise sowie der Schuldenkrise in den meisten Ländern (inkl. Deutschland!), nehmen wir auch die systemischen Problematiken der Euro-Zone unter die Lupe. Zunächst muss man verstehen, dass die Leistungsfähigkeiten von Volkswirtschaft zu Volkswirtschaft verschieden sind. Das hat sozioökonomische Gründe. Faktoren sind, z.B. Lebensweise, Weltsicht, Mentalität und Gesellschaftsform aber auch Technologie und Produktivität! Sie unterscheiden sich innerhalb der europäischen Währungsunion teils enorm! Und selbst eine Unterscheidung auf nationaler Ebene ist noch zu grob, denn allein der Blick auf Deutschland verdeutlicht große Unterschiede, zwischen Bewohnern des ehemaligen Westens und Ostens oder des Südens und Nordens! Selbst innerhalb dieser Regionen tun sich wieder, zum Teil sehr deutliche, Unterschiede auf. Und auch innerhalb der Bundesländer gibt es zum Teil massive Disparitäten (in Bayern z.B. zwischen Franken, Niederbayern, Oberbayern, Pfälzern usw..). Genau das ist ja eben so toll und macht unseren bunten Planeten so besonders lebenswert! Nichtsdestotrotz hat das nicht unwesentliche sozioökonomische Folgen, die sich z.B. in der nach wie vor andauernden Euro Krise äußern.

Das heißt nicht nur auf nationaler, sondern auch auf regionaler Ebene weicht die Leistungsfähigkeit, mehr oder weniger stark, voneinander ab.

Wenn nun, auf nationalstaatlicher Ebene eine Volkswirtschaft stärker (größer, produktiver, technologisch effizienter) ist als eine andere muss das in der Konsequenz dazu führen,  dass auch die Währung gegenüber der schwächeren Währung stärker (im Fachjargon härter), also werthaltiger ist. Dieser Mechanismus wird also als Auf- bzw. Abwertung bezeichnet. So war vor der Einführung des Euro eine D-Mark etwa 1000 italienische Lira wert. Die Lira war an die italienische volkswirtschaftliche Leistungsstärke angepasst und garantierte so einen fairen und gerechten Handel auch über Landesgrenzen hinweg. Dieser Mechanismus der Auf- und Abwertung muss flexibel sein und laufend geschehen um einen fairen und gerechten Wettbewerb und Handel zu gewährleisten.

Das Ende der Euro Krise am Beispiel Griechenlands erklärt

Die Wiedereinführung der Drachme würde dazu führen, dass sich die griechische Währung wieder der Leistungsfähigkeit der griechischen Volkswirtschaft anpassen könnte. Sie würde gegenüber dem Euro deutlich abwerten. Griechenland wäre folglich als Standort für Investitionen wieder deutlich attraktiver (da durch den Wechselkurs wesentlich billiger geworden) und könnte die Wirtschaft wieder anschieben. Dafür wäre jedoch ein geordneter Staatsbankrott vonnöten da ansonsten die griechischen Schulden in Euro bestehen blieben. Das bedeutet eine Streichung aller griechischen Schulden, die insbesondere gegenüber in- und ausländischen Banken vorliegen – diese Banken hätten dann entsprechende Verluste / Abschreibungen vorzunehmen – die Euro Krise könnte hier also eine ganz neue Wendung nehmen. Dies wird insbesondere deshalb gefürchtet, da die Banken (auch durch den uneingeschränkten intereuropäischen Kapitalverkehr) mittlerweile dermaßen eng miteinander vernetzt sind, sodass ein einziger Bankenzusammenbruch (der durch zu große Abschreibungen hervorgerufen werden könnte) zu einer Reihe weiterer Zusammenbrüche führen könnte (Dominoeffekt). Dies kann eine große und lange Depression zur Folge haben.

Die Auslandsverschuldung der Dritten Welt

In der enormen Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer liegt im Übrigen der Hauptgrund weshalb diese niemals auf die Beine kommen können – das System macht auch an dieser Stelle möglicherweise wieder genau das was es soll. Es sorgt dafür, dass die Reichen (in diesem Fall Industrienationen) auf Kosten der Armen (in diesem Fall Entwicklungsländer) zunehmend mehr Wohlstand auf sich vereinen. Schließlich bestehen die Schulden der Dritten Welt gegenüber ihren Gläubigern (überwiegend den Insdustriestaaten) in Devisen. Damit sind sie, durch den Mechanismus der Auf- und Abwertung, in der Landeswährung um ein Vielfaches höher!

Kommen wir auf die Euro-Problematik zurück. Die gesamte Euro-Zone ist aus verschiedensten Leistungsfähigkeiten und technologischen Niveaus zusammengesetzt. Die (vor allem überhastete) Einführung des Euro widerstrebt daher sowohl dem ökonomischen als auch dem ganz normalen Menschenverstand und kann unmöglich auf Dauer funktionieren. Genausowenig kann eine Brille für Kurzsichtige, Weitsichtige, Menschen mit Pupillenverkrümmung und völlig unterschiedlichen Sehstärken für alle eine gute Sicht garantieren! Sie wird immer nur auf ganz wenige passen. Genauso ist es mit dem Euro. So wirklich passt er eigentlich zu keinem Staat da die Staaten untereinander keine Möglichkeit der Auf- bzw. Abwertung haben. Für einige ist er zu schwach (Deutschland, Niederlande, Österreich usw.) für andere zu stark (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien usw.).

Insgesamt sind die Produktivitätsunterschiede einfach zu groß.

Selbst die deutsche Wiedervereinigung hat Auswirkungen bis heute. Ganz Europa hat viel zu große Produktivitäts- und technologische Differenzen. An dieser Stelle zitieren wir gerne Prof. Senf, der die immer deutlicher werdenden Entwicklungen der heute deutlich sichtbaren Euro Krise bereits 1996 vorausgesagt hat:

„Wenn wir uns konkret vorstellen, daß die produktivitätsmäßig überlegenen Länder Deutschland, Frankreich, die Beneluxländer, Österreich und Dänemark sich in einer Europäischen Währungsunion mit dem weniger produktiven und in ihrer Entwicklung langsameren Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland befinden, so ist zu erwarten, daß es in den südlichen Ländern zu einem massiven Einbruch der Produktionsstrukturen kommen wird. Um die schlimmsten Folgen davon aufzufangen, wären Unsummen von Transferzahlungen von Mitteleuropa nach Südeuropa erforderlich – und dies zusätzlich zu den innerdeutschen Transferzahlungen von West nach Ost, und zu den Unterstützungen der Reformprozesse und des Aufbaus in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. […] Selbst wenn es sich um ein politisch vereinigtes Europa handeln wird und die “Südländer” insofern keine Ausländer mehr wären, schützt eine nur politische Vereinigung nicht vor dem Aufbrechen nationalistischer oder ethnischer Konflikte, wie dies am Zerfall Jugoslawiens und der Sowjetunion überdeutlich wird. Derartige Konflikte brechen insbesondere dann auf, wenn sich die ökonomische Krise zuspitzt und eine ethnische Gruppe sich einen deutlich höheren Anteil am Gesamtprodukt gesichert hat als andere. Bezogen auf ein vereinigtes Europa hieße das: In den benachteiligten Regionen insbesondere des Südens würden sich sehr bald Pulverfässer von Nationalismus und Extremismus aufbauen, die den Traum vom vereinigten Europa schnell zerstören und in europafeindliche Tendenzen umschlagen können.” (Quelle, Bernd Senf – Der Nebel um das Geld – 1996, S. 245).

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursLeider wird nur allzu oft von den “Pleite-Staaten” gesprochen, die arbeitende Bevölkerung kann aber unserer Ansicht nach nicht das geringste für die Euro Krise – das ist besonders wichtig zu verstehen um alten Ressentiments erst gar keine Chance zu geben wieder aufzuflammen. Wir sehen also, dass sich zu den geldsystematischen noch eine weiteres systemisches Problem gesellt hat – der Euro. Wir haben deshalb in der Unterrubrik Euro-Unwahrheiten aufgearbeitet, weshalb und wie es zum Zusammenschluss der Euro-Zone kam, welche Aufnahmekriterien missachtet werden und ob es tatsächlich wahr ist, dass Deutschland so sehr vom Euro profitiert.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
W. Hankel: Die Euro-Bombe wird entschärft*

M. Otte: Stoppt das Euro-Desaster!*
H.-W. Sinn: Gefangen im Euro (Edition Debatte)*


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Inflation und Deflation

PREISSTEIGERUNGEN VERSUS PREISSENKUNGEN

Inflation und Deflation sind Worte, die unser Lieblingscharakter “Rainer Zufall” wirklich nur sehr ungern hört. Und gerade im Radio und beim Fernsehen hört er sie immerzu. Es macht ihn auf eine ungewisse Art und Weise Angst. Er weiß nämlich zum einen nicht genau was unter ihnen zu verstehen ist, zum anderen ist ihm aber schon häufig zu Ohren gekommen, dass sie schlechte Nachrichten bedeuten. Damit unser Lieblingshamster Rainer nicht länger im Dunkeln tappt und damit er einen weiteren kleinen Schritt in Richtung eines finanziell freien Lebens als Fuchs tätigen kann, beleuchten wir beide Begriffe etwas näher.

Definition von Inflation

Das Wort Inflation kommt aus dem Lateinischen “inflare” und bedeutet aufblähen, ausweiten bzw. ausdehnen. In den den Wirtschaftswissenschaften bezieht es sich eigentlich auf die Geldmenge. Das heißt, dass innerhalb eines Währungssystems bzw. im Gesamtsystem immer mehr Geld hinzukommt. Das muss deshalb betont werden, weil Inflation häufig mit Preissteigerungen bzw. Kaufkraftverlust gleichgesetzt wird. Das ist aber nicht ganz richtig, wenngleich es heute annähernd dieselbe Bedeutung hat. Wir spezifizieren den Begriff Inflation daher folgendermaßen:

Eine Ausweitung der Geldmenge (Inflation), über die Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft hinaus, führt zu einem Kaufkraftverlust.

Das heißt, wenn die Wirtschaft beispielsweise um drei Prozent wächst, die Geldmenge (wir sprechen hier immer von Zentralbankgeld – das von Geschäftsbanken mittels der Teilreserve ja nochmal um das mindestens 100-fache gehebelt werden kann) jedoch um vier Prozent ausgeweitet wird, führt das zwangsläufigerweise zu Preiserhöhungen. Warum? Durch die Ausweitung befindet sich mehr Geld im Umlauf, als für den gesamten Waren- und Dienstleistungskonsum eigentlich benötigt wird. Damit müssen die Preise steigen. Dadurch pendeln sich beide Seiten wieder in ein (nun höheres) Gleichgewicht ein. Preiserhöhungen erzeugen höhere Lebenshaltungskosten und kommen damit einem Kaufkraftverlust gleich. Einfach gesagt heißt das, dass dieselbe Menge Geld morgen weniger wert ist als heute. Wir können uns damit also insgesamt weniger leisten. Das Leben wird teurer, schließlich werden unsere Einkommen ja nur selten an die Inflation angepasst und erhöht! Ob die Geldpolitik nun eher Inflation oder eher Deflation befördert, kann man ganz einfach anhand eines Merksatzes feststellen.

Geldmengenwachstum dividiert durch Wirtschaftswachstum
= größer als 1, dann Kaufkraftverlust durch Preiserhöhungen.
= kleiner als 1, dann Preisverfall (Deflation und Wirtschaftskollaps).

Inflation hat viele Konsequenzen und bei weitem nicht alle sind negativ! Besonders positiv für Schuldner ist nämlich, dass die reale Schuldenlast sinkt. Wie ist das zu verstehen? Wenn Geld durch Geldmengenausweitung weniger wert wird, sinken relativ gesehen die Schulden oder besser gesagt die Verschuldungsquote (die häufig ausschlaggebend ist). Ganz besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die größten Schuldner der Welt die Nationalstaaten sind. Man stelle sich nur einmal kurz vor, es gäbe nun eine Hyperinflation wie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals kostete ein Brot teilweise 105 Milliarden Mark! Plötzlich könnte man die gesamten Staatsschulden von über 2 Billionen Euro mit dem Preis einiger Brote begleichen! Ja, auch so funktioniert Wirtschaft! Umgekehrt hat dies zur Folge, dass auch Guthaben deutlich an Wert verlieren. War man vorher hundertfacher Milliardär, konnte man sich damit, statt heute ganze Landzüge, ebenfalls nur noch ein einziges Brot leisten. In inflationären Zeiten sind die Schuldner daher gegenüber den Gläubigern durch die relative Senkung der Schuldenlast im Vorteil.

Deflation: Definition und Bedeutung

Die Deflation ist folglich das Gegenteil der Inflation. Bei einer Deflation fallen die Preise. Sie fallen, weil die Geldmenge geringer ist, als für den Konsum aller Waren und Dienstleistungen notwendig wäre. Damit auch hier wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann, müssen die Preise gesenkt werden. Die Lebenshaltungskosten sinken – das Leben wird insgesamt günstiger! Zu den Konsequenzen gibt es unterschiedliche Sichtweisen die eine ganze Bandbreite von überaus positiv bis völlig negativ abdecken. Zum einen könnte durch fallende Preise die Wirtschaft angeheizt werden. Weil alles günstiger wird, konsumieren die Menschen mehr und das sorgt für Wirtschaftswachstum (ein ähnliches Szenario erleben wir im Juni 2016). Auf der anderen Seite kann es aber auch zu einem deflationären Schock kommen, weil die Menschen darauf spekulieren, dass die Preise zu einem späteren Zeitpunkt noch günstiger sind als heute. In diesem Fall konsumieren sie weniger. Das führt zu Umsatzschmälerungen der Unternehmen und zu Verlust von Arbeitsplätzen – die Wirtschaftsleistung sinkt. Außerdem kann es durch die sich zuspitzende Knappheit von Geld (bei der Inflation herrscht ein Überschuss) zu einem Totalkollaps der Wirtschaft kommen.

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursAufgrund dieser Gefahren wird eine Inflation im Allgemeinen viel eher in Kauf genommen, als eine Deflation. Zum einen zwingt man die Menschen dadurch, lieber heute als morgen zu konsumieren (weil die Güter durch die Preissteigerung morgen teurer sind), was das Hamsterrad immer weiter beschleunigt. Zum anderen lässt sich mittels konstanter Inflationsrate zusätzlich die reale Schuldenquote (Staatsverschuldung) senken. Deutliche Inflationsgegner sprechen allerdings von Enteignung, da die breite Bevölkerung bei konstanter Inflation schleichend  verarmt und zu immer rastloseren Hamstern gemacht wird.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema:
F. Taylor, K.-D. Schmidt: Inflation: Der Untergang des Geldes in der Weimarer…*
J. A. Boeckh:
Inflation um jeden Preis: Historie und Zukunft*
R. Taghizadegan, R. Stöferle:
Austrian Investing zwischen Inflation und Deflation
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Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken

WIE GESCHÄFTSBANKEN GELD ERSCHAFFEN

Mit dem Thema der privaten Giralgeldschöpfung (exakter: Kreditschöpfung) nähern wir uns bereits dem wohl größten Coup den private Geschäftsbanken jemals landen konnten. Es scheint so clever eingefädelt worden zu sein, dass die Bevölkerung bis heute keine Kenntnis davon genommen bzw. die tieferen Hintergründe begriffen hat. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert darauf. Auch deshalb scheint die Giralgeldschöpfung durch private Geschäftsbanken ein so wohlgehütetes Geheimnis zu sein. Schließlich sind wir wirklich alle davon abhängig. Dabei ist es gar nicht so komplex, diesen offensichtlichen Coup zu durchschauen. Darüber hinaus könnten wir die Erkenntnisse auch für unsere eigene finanzielle Situation glänzend nutzen. Die meisten Menschen scheinen aber leider den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Schon Berthold Brecht betonte dereinst:

„Bankraub ist eine Initiative von Diletanten, wahre Profis gründen eine Bank.”

Wie funktioniert die Giralgeldschöpfung?

Geschäftsbanken besitzen dabei die Macht Giral- oder Buchgeld durch Kreditvergabe zu erschaffen. Entgegen dem richtigen Geld der (zum Teil privaten) Zentralbanken (Banknoten) ist es jedoch kein gesetzliches Zahlungsmittel (Zentralbankgeld). Im engeren Sinne handelt es sich also nicht um eine Geldschöpfung, sondern um eine Kreditschöpfung nicht-gesetzlichen Zahlungsmittels die in der Regel eben als Giralgeldschöpfung bezeichnet wird. Als Basis dient das Fractional Banking System. Geschäftsbanken können auf Basis variierender Reservesätze, mittels Kreditvergabe, Buchgeld ausgeben. Für diesen Prozess ist lediglich ein Buchungssatz nötig, der neue Forderungen Verbindlichkeiten in selber Höhe gegenüberstellt. Giralgeldschöpfung setzt also eine Kreditvergabe voraus.  Das wiederum geschieht mittels einer einfachen Bilanzverlängerung. Im digitalen Zeitalter beschränkt sich der Arbeitsaufwand für die Bank auf ein Minimum!

Es wird also entgegen dem allgemeinen (Miss)verständnis, wenn überhaupt, nur noch ein Bruchteil des von den Sparern eingelegten Geldes weiterverliehen. Der Großteil wird heute völlig digital durch Kreditvergabe erzeugt. So einfach schafft man Bankguthaben für Kunden, die dafür fleißig Zinsen bezahlen. Problematisch ist bei der Giralkreditschöpfung wie auch bei der Zentralbankgeldschöpfung jedoch, dass die Zinsen (näheres dazu im Kapitel Zins & Zinseszins) niemals mit erzeugt werden. Das generiert eine Endlosspirale von Schulden, die das herrschende Schuldgeldsystem und damit das Hamsterrad immer weiter beschleunigt.

Die Abhängigkeit des Staates von der Giralgeldschöpfung

Auch der Staat ist auf diese Art der Kreditschöpfung angewiesen, denn die Geschäftsbanken sind die größten Gläubiger der Staaten. Gibt der Staat nämlich neue Staatsanleihen heraus, werden diese im Wesentlichen von Geschäftsbanken und Versicherungen aufgekauft. Die Zinsen bezahlt der Steuerzahler! Zinsen sind der zweitgrößte Posten im Staatshaushalt. Außerdem ergibt sich ein weiterer Vorteil für die Bank. Staatsanleihen können nämlich auch als “Sicherheiten” bei der Zentralbank (mit einem kleinen Abschlag, der sog. Risikoprämie) hinterlegt werden, um noch mehr “Geld” von der Zentralbank zu erhalten und noch mehr Kredite vergeben zu können. Dies geschah jedoch lange mit der falschen Annahme, Staaten könnten gar nicht Pleite gehen. Ein Staatsbankrott hätte fatale Auswirkungen auf die Bilanzen der Banken, da gekaufte Staatsanleihen plötzlich nichts mehr wert wären. Droht der Bank der Bankrott, folgen weitere Konsequenzen:

1. werden die Kredite der Kreditnehmer eingefordert um die eigenen Verluste irgendwie aufzufangen.

2. es werden keine Kredite mehr an die Wirtschaft weitergegeben. In einem auf Pump (Kredit) aufgebauten Wirtschaftssystem kommt es dadurch zu heftigen Problemen für die Unternehmen und die Belegschaft.

Um einen Zusammenbruch (z.B. von Griechenland) zu vermeiden, werden von den jeweiligen Regierungen immer wieder Hilfspakete in Milliardenhöhe geschnürt. Damit soll ein ohnehin schwächelndes System künstlich am Leben gehalten werden. Das ist zum Vorteil einiger Weniger. Außerdem spricht man sehr gerne Garantien für die Banken aus. Garantien sind gleichbedeutend mit den Steuergeldern der Bürger. In diesem Zusammenhang prägte man auch die Aussage “too big to fail” – zu groß um zu scheitern. Bräche eine große Bank in Deutschland zusammen, wäre eine Kettenreaktion zu erwarten die durch die genannten Punkte (1 + 2) erheblichen Schaden in der Realwirtschaft anrichten würden. Hjalmar Schacht (1877 – 1979), ein deutscher Bankier sagte dazu einst:

“Wenn Banken zu groß sind, pleite zu gehen, dann sind sie einfach zu groß.”

Es wird also schnell deutlich, dass die Macht der Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken (den Financiers der Staaten) durch das Fractional-Banking System (Mindestreservesystem) in der breiten Masse deutlich unterschätzt wird. Schlicht und einfach deshalb, weil der Prozess kaum bekannt ist. Wären die Menschen besser darüber informiert, wäre eine Verbesserung des Systems zum Wohle der übrigen 99 Prozent – die momentan vom System in einem Hamsterrad gefangen gehalten werden – ganz einfach möglich!

Was sind die konkreten Gefahren von Giralgeld für uns und die Banken?
Verlieren die Menschen das Vertrauen in das System, kann das verheerende Folgen haben, wie das Kapitel Bank-run eindrucksvoll zeigt.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
M. Biegler: Der perfekte Finanzbetrug: Geschäftsmodelle …  “Catch me if you can”*

J. Huber und J. Robertson: Geldschöpfung in öffentlicher Hand*
B. Senf: Der Nebel um das Geld: Zinsproblematik – Währungssysteme – Wirtschaftskrisen*

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Zentralbank

DIE GELDSCHÖPFUNG DER ZENTRALBANK

Zentralbanken, wie z.B. die Europäische Zentralbank (EZB), sind die Hüter der Währungen in Währungsräumen. Zu ihren zentralen Aufgaben zählt die Sicherung der Währungsstabilität. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass eine konstante Inflationsrate vorherrscht. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Inflation die Preissteigerungsrate bzw. den Kaufkraftverlust. Die EZB hat innerhalb der Euro-Zone diesbezüglich ein 2-Prozent Ziel ausgegeben. Jedes Jahr sollen die Preise zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Alles darunter (solange es sich nicht in eine negative Preis”steigerung” umkehrt = Deflation) sei in Ordnung. Im eigentlichen Sinn bezieht sich die Inflation jedoch auf die Geldmenge und signalisiert eine Ausweitung. Insofern ist eine Ausweitung der Geldmenge mit einem realen Kaufkraftverlust bzw. einer realen Preissteigerung gleichzusetzen. Einfach gesagt:

Je mehr Geld vorhanden ist, umso weniger ist es wert!

Das Ziel von zwei Prozent Preissteigerungen pro Jahr erscheint, wüssten wir es nicht besser, angebracht und relativ gering. Fakt ist jedoch, dass auch 0,001% Inflation (Geldmengenausweitung) einen realen Kaufkraftverlust bedeuten. Dieser verstärkt sich dramatisch, wenn man sich die Kraft des Zinseszins-Mechanismus vor Augen führt. Dieser kann sich sowohl positiv, als auch negativ auswirken, wie folgendes Beispiel zeigt:

Bei 2 % Inflationsrate werden aus 1.000 EUR in 20 Jahren 672,97 EUR!
Bei 8 % Inflationsrate blieben sogar nur 214,55 EUR übrig!

Die Geldschöpfung der Zentralbank

Angesichts dieser Zahlen sollten wir den Themen Geldschöpfung und Geldmengensteuerung unsere volle Aufmerksamkeit widmen! Geldschöpfung beginnt bei der Zentralbank des entsprechenden Währungsraumes. Zentralbanken haben (im rechtlichen Sinne) die alleinige Geldschöpfungsmacht. Sie sind die einzigen Institutionen, die gesetzliches Zahlungsmittel, in Form von Fiatgeld (Papier-, Zentralbank- oder Münzgeld), herstellen dürften (siehe Definition Geld). Ein grundsätzliches Verständnis für die Entstehung von Geld ist in diesem Zusammenhang daher unabdingbar. Geld entsteht in unserem System ausschließlich durch mit Zins belasteter Kreditaufnahme. Das beginnt im ersten Schritt bei den Zentralbanken und wird durch die sogenannte Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken gehebelt. Deshalb spricht man von Zentralbanken auch häufig als Notenbanken. Wie bereits angedeutet haben nur sie das Recht Geldnoten in den Umlauf zu bringen.

Damit das Geld zu uns gelangen kann, fungieren die Geschäftsbanken als Katalysatoren und Multiplikatoren. Geschäftsbanken müssen sich dafür bei der Zentralbank finanzieren – sprich Kredite, gegen Zins, aufnehmen. Nur so können sie an “frisches” Geld kommen. Stand Juni 2016 liegt dieser Zinssatz, der sogenannte Leitzins, bei 0,00 Prozent in Europa und bei 0,25 – 0,5 Prozent in den USA. In Europa ist es Geschäftsbanken zum Nulltarif möglich Geld zu leihen und dieses gegen höheren Zins an Haushalte und Unternehmen weiterzugeben. Die aufgenommenen Schulden müssen (plus Zinsen) auch von Geschäftsbanken zurückgezahlt werden (warum dies im Gesamtsystem gar nicht möglich ist, beleuchten wir im Kapitel Zins & Zinseszins).

Die Währungsstabilität

Da nun die Zentralbank die Aufgabe der Wahrung der Währungsstabilität innehat, muss sie ständig bemüht sein, die Geldmenge dem Waren- und Dienstleistungsstrom (am Beispiel eines ausgewählten Warenkorbs etwa) der Realwirtschaft anzupassen. Wächst die Wirtschaft, müsste die Geldmenge entsprechend erhöht werden. Schrumpft sie, müsste eine Geldmengenverknappung der Zentralbank folgen. In der Realität geschieht jedoch das Gegenteil. Die Zentralbanken (und Geschäftsbanken) sind die Motoren des Wirtschaftswachstums, indem sie künstlich, oder auf Druck der Banken und Regierungen, Geld ins System pumpen.

Werden in der Folge zu viele Kredite vergeben, übersteigt die Geldmenge die Grenze, die für die Realwirtschaft vonnöten ist, um den Austausch von Waren und Dienstleistungen zu gewährleisten. Zu viel Geld ist vorhanden. Dieses übrige Geld findet keine Entsprechung in der Realwirtschaft und wird deshalb in Finanzmärkten zur “Selbstvermehrung” eingesetzt. Die Wurzel des sogenannten Casino-Kapitalismus.

In der übermäßigen Geldschöpfung liegt also die zentrale Ursache für die Ausbildung von Spekulationsblasen!

Diese fiktiven “Märkte”, wo Computer mit anderen Computern in Hochgeschwindigkeit handeln, übersteigen Schätzungen zufolge zwischen 35 und 75 Mal das Weltsozialprodukt, also die weltweite Realwirtschaft. Nun versteht man auch, weshalb kleinste Unruhen auf den Finanzmärkten gewaltige Auswirkungen in der Wirklichkeit der Realwirtschaft haben.

Sind Zentralbanken demokratisch (legitimiert)?

Last but not least fehlt aus unserer Sicht auch eine Debatte über die fehlende demokratische Legitimation der Zentralbanken. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass sich z.B. die englische Zentralbank “Bank of England” oder auch die italienische Zentralbank (wenigstens zum großen Teil) in privater Hand befinden. In den USA ist das noch extremer, da die Zentralbank “Federal Reserve” (Fed), wider allgemeinem Sprachgebrauch, eben keine staatliche Notenbank ist – sondern ein Zusammenschluss privater Geschäftsbanken. Aber auch in den höheren Etagen der EZB könnte man Transparenz und Demokratie etwas mehr Bedeutung zumessen, denn es handelt sich nicht um ein demokratisch gewähltes Direktorium (Präsident, Vize-Präsident und 4 weitere Mitglieder). Das Direktorium wird lediglich vom Zentralbankrat (der wiederum aus den nicht gewählten Notenbank-Chefs der Mitgliedsländer besteht ) für 8 Jahre bestimmt.

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursIm Kapitel Geldschöpfung der Geschäftsbanken nehmen wir den Prozess der Kreditvergabe und damit der Schaffung von Giralguthaben durch die privaten Geschäftsbanken näher unter die Lupe.

weiter zu Inflation und Deflation

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
H. Seiffert: Geldschöpfung / Die verborgene Macht der Banken*

C. Klein & J. Helbig: Tag auf Tag im Hamsterrad – Wie das … Geldsystem funktioniert*
M. Heynen: Der Raubzug der Banken: Von einem, der auszog, seine Ersparnisse…*


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Fractional-Banking -> Mindestreserve

Fractional Banking Mindestreservesystem

Fractional-Banking System bedeutet übersetzt fraktionales Banken-, Teil- bzw. Mindestreservesystem. Es ist der Dreh- und Angelpunkt des herrschenden Wirtschafts- und Geldsystems und seiner innewohnenden Defizite. Wie der Name schon verrät, ist nur ein Teil einer bestimmten Reserve vorhanden. Aber welche Reserve ist damit gemeint? Damit Geschäftsbanken überhaupt Kredite vergeben bzw. Sichtguthaben (Ansprüche auf Geld) schaffen können, müssen sie einen bestimmten Mindestreservesatz einhalten. Dabei geht es um von den Zentralbanken festgelegte Prozentsätze gesetzlichen Zahlungsmittels (Zentralbankgeld). Die Geschäftsbanken sind per Gesetz und Regelung angehalten, um überhaupt Kredite vergeben zu dürfen und Bargeldabhebungen garantieren zu können, einen bestimmten prozentualen Betrag in Zentralbankgeld vorzuhalten. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Reservearten unterschieden.

Für Geschäftsbanken sind die gesetzliche und die banktechnische Mindestreserve fundamental.

Die gesetzliche Mindestreserve im Fractional-Banking System

Unter der gesetzlichen Mindestreserve versteht man Reserven an Zentralbankgeld, die Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe, auf geheiß der Zentralbank, bei dieser hinterlegen müssen. Banken können auch von den Kunden  eingelegte Gelder dafür verwenden. Wichtig ist einzig und allein, dass es sich dabei um richtiges Geld, Zentralbankgeld bzw. gesetzliches Zahlungsmittel handelt! Der bei der Zentralbank vorgehaltene Betrag ist jedoch nicht verlorgen und wird überdies verzinst. Somit entsteht für die Geschäftsbanken kein Verlust.

Dieses Teilreserve- bzw. partielle Banksystem erlaubt es den Geschäftsbanken, dass sie nur noch einen Bruchteil des gesamten Geldes ihrer Kunden in Zentralbankgeld halten müssen. In der Euro-Zone liegt dieser Mindestreservesatz bei sehr niedrigen 1 Prozent. Damit übertrifft sie die sonst sehr liberale und aggressive angelsächsische Volkswirtschaft der USA, die einen Mindestreservestz von immerhin 10 Prozent festgelegt hat, deutlich! Das bedeutet in der Praxis, dass Banken damit Kredite über das 99-fache des jeweils vorhandenen Zentralbankgeldes vergeben können. Wikipedia sagt dazu:

“Damit ist es möglich, im Mindestreserve-System die Geldmenge des […] Währungssystems weit über das Niveau auszudehnen, was tatsächlich als hinterlegte Reserve zur Verfügung steht.”

Die Berechnungsbasis der Reserven bilden zum einen die Verbindlichkeiten der Geschäftsbanken gegenüber den Bankkunden, sprich deren angelegte und deponierte Beträge, und zum anderen die Kreditverpflichtungen der Geschäftsbank gegenüber der Zentralbank. Die angelegten Beträge der Sparer sollten früher einmal dazu dienen, weiterverliehen zu werden. Damit sollte der so entstehende Nachfrageausfall kompensiert werden. Durch das Fractional-Banking System kann jedoch deutlich mehr verliehen werden, als tatsächlich als richtiges Geld (Zentralbankgeld bzw. gesetzliches Zahlungsmittel) vorhanden ist!

Die gesetzliche Mindestreserve beschränkt somit die Giralgeldschöpfung der privaten Geschäftsbanken. Dieser Vorgang ist immer an eine Kreditvergabe geknüpft. Mittels einem einzigen Prozent eingelegten Zentralbankgeldes, können, wie oben dargestellt, maximal weitere 99 Prozent als Buchgeld auf den Konten der Kreditnehmer gutgeschrieben werden. Das hat eine sich beschleunigende Spirale zur Folge. Ist der Kreditnehmer nicht in der Lage den Kredit, mit Zins, zurückzuzahlen (und bekommt auch keinen weiteren Kredit, um den alten Kredit abzulösen), greifen seine Sicherheiten. Meistens ist das ein Haus oder Grund und Boden. Diese gehen dann in den Besitz der Bank über. Es stellt sich die legitime Frage, mit welchem Recht sich eine Geschäftsbank etwas aneignet, für das sie selbst keine wirkliche Leistung erbracht hat – außer der Verlängerung einer Bilanz per Knopfdruck. Erst das Mindestreservesystem ermöglicht einen schier unglaublichen Prozess:

“Banken kaufen die Welt mit aus dem Nichts geschöpftem Geld.”

Die banktechnische Mindestreserve im Fractional-Banking System

Widmen wir uns nun noch der banktechnischen Mindestreserve. Die banktechnische Mindestreserve hat nämlich, gegenüber der gesetzlichen Mindestreserve, eine ganz andere Bewandtnis. Sie bezieht sich auf den Bargeldbestand, den Geschäftsbanken festgelegen und vorhalten, um Bargeldabhebungen zu gewährleisten. Für Geschäftsbanken ist es nämlich von existentieller Wichtigkeit, dass sie reibungslose Bargeldabhebungen mit Zentralbankgeld gewährleisten kann. Diese Bargeldabhebungen beziehen sich somit nicht direkt auf die Kreditvergaben, sondern auf die Sichteinlagen (Giroguthaben) der Kunden, die darauf immer vollen Zugriff haben sollten. Diese banktechnische Mindestreserve an Zentralbankgeld müsste daher eigentlich 100 Prozent der Sichteinlagen betragen.

Nur so könnte man auch in Krisenzeiten, wenn viele Menschen auf einmal zur Bank rennen und Geld von ihren Konten abholen möchten, wirklich reibungslose Bargeldabhebungen garantieren. Da die Höhe der Reserve jedoch durch die Geschäftsbank selbst festgelegt wird, schauen wir hier noch einmal genauer hin. Die Banken verfügen nämlich über Erfahrungswerte der durchschnittlichen Beträge, die täglich bar abgehoben werden. Diese sind natürlich deutlich geringer als die addierten Sichtguthaben. Das nutzen die Geschäftsbanken aus, um zusätzliche Giral”geld”- bzw. genauer Giralkreditschöpfung im Sinne der gesetzlichen Mindestreserve (Fractional-Banking) zu betreiben. Schließlich können sie die Überschüsse clever nutzen und auf ihrer Basis erneut Sichtguthaben schaffen!

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursWie das geht, erlären wir im ersten Schritt im Kapitel: Geldschöpfung der Zentralbank

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
P. Heckele: Funktion der Mindestreserve im Bezug auf die Schlüsselzinssätze der EZB*

H. Seiffert: Geldschöpfung / Die verborgene Macht der Banken*
H. Creutz: Das Geld Syndrom 2012: Wege zu einer krisenfreieren Wirtschaftsordnung*


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Bücher über das Geldsystem

BUCHEMPFEHLUNGEN ZUM GELDSYSTEM

Das Thema Geldsystem ist nur für den uninteressant, der sich noch nie damit beschäftigt hat. Beginnt man einmal damit, wird es zu einer spannenden und horizonterweiternden Reise. Einen erster Einstieg sind unsere Buchempfehlungen. Es sind ausschließlich Bücher, die wir selbst gelesen haben.

Eure Empfehlungen und Kommentare sind gerne gesehen!

BuchBuchempfehlungen zum Geldsystem:

# 1 C. Klein & J. Helbig: Tag auf Tag im Hamsterrad – Wie das Geld- und Wirtschaftssystem funktioniert und uns zu Hamstern macht

Unser Buch beleuchtet die Gründe, wie uns das Geld- und Wirtschaftssystem allesamt zu Hamstern macht. Warum bemerkt eigentlich niemand, dass es systemimmanente Gründe sind, die uns insgesamt immer ärmer, kränker und unzufriedener werden lassen? Wir haben dabei viel wert darauf gelegt, auch dem Laien einen verständlichen Einblick in unser herrschendes Geld- und Wirtschaftssystem zu geben. Am Ende weiß er sogar mehr, als jeder studierte Wirtschaftswissenschaftler. Erkenntnisse, die auch für die eigene finanzielle Freiheit wertvoll sein können!

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# 2 B. Senf: Der Nebel um das Geld – Zinsproblematik – Wirtschaftskrisen

Bernd Senf ist emeritierter Professor der Volkswirtschaftslehre. Seine Bücher zum Thema  Geldsystem, Wirtschaftsordnung, Wirtschaftskrisen und den blinden Flecken der Ökonomie sind zu bedeutender Literatur sowohl für Akademiker als auch Laien geworden. Das vorliegende Werk ist eine Pflichtlektüre für jeden, der sich ein umfassendes Bild von der uns umgebenden Geld- und Wirtschaftsordnung machen möchte. Für den Autoren sind dabei die gesellschaftlichen und sozialen Auswirkungen ein großes Anliegen. Fazit: Unbedingt lesen!

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# 3 H. Creutz: Das Geld-Syndrom – Wege zu einer krisenfreien Marktwirtschaft

Buchempfehlung Das Geld-Syndrom - Helmut Creutz - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenHelmut Creutz ist einer der führenden Geldtheoretiker. Insofern ist dieses Buch eine absolute Pflichtlektüre für jeden, der das Geldsystem auch im kleinen Detail verstehen möchte. Creutz beginnt bei der Analyse der Geldschöpfung der Zentralbanken, führt in die Schaffung von Sichtguthaben ein und beschäftigt sich mit den resultierenden Konsequenzen auf den Aktienmärkten. Gerade auf die sich immer deutlicher auseinander dividierenden Geldvermögen und deren sozialer Sprengkraft legt der Autor ein besonderes Augenmerk. Prädikat: Sehr lesenswert!

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# 4 R. Wagner: Die Geld(r)evolution

Ronny Wagner geht mit dem herrschenden Geldsystem hart ins Gericht. Ohne Kompromisse deckt er die zentralen Fehler auf. Sympathisch dabei ist, dass er immer wieder auf uns als zentrale Spieler und Marionetten in diesem System Bezug nimmt. Dadurch schafft er eine interessante Identifikation mit dem Leser. Darüber hinaus gibt R. Wagner wertvolle Tipps, die jeder einzelne unmittelbar umsetzen kann. Eine spannende Reise ohne Fachgesimpel. Gut!

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# 5 P. Bagus: Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden: … Und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen

Warum stellt eigentlich niemand infrage, dass Geld tatsächlich vom Staat komme? Denn Deutschland hat wie alle Länder der Welt ein reines Papiergeldsystem, in dem neues Geld durch Kreditvergabe aus dem Nichts entsteht. Sie fragen, welche Rolle eigentlich Staat, Regierung und Politik bei der Umverteilung zugunsten Superreicher spielen; warum die naive Staatsgläubigkeit alles andere als eine Zukunftsstrategie für uns Bürger ist, uvm. Ein leicht verständlicher Einstieg in die Frage, warum Geld für viele Missstände in unserer Gesellschaft verantwortlich ist.. Eine spannende Reise ohne Fachgesimpel.

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# 6 R. Taghizedegan: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie

Wenn es etwas Gutes an Krisen gibt, so zumindest, dass man · posthum · darüber nachdenkt, ob und wie die Katastrophe hätte verhindert werden können. Die jüngste Wirtschaftskrise wurde zumindest vorhergesehen, und das sehr präzise. Vollbracht hat das kein bekannter Prophet wie George Soros, sondern ein kleiner akademischer Kreis von Volksökonomen in den USA. Diese besinnen sich seit den Siebzigerjahren aus guten Gründen zurück auf die sogenannte Österreichische oder Wiener Schule.
Ein Plädoyer des Autors für eine Neuorientierung oder Rückkehr zum Denken der Wiener Schule. Super Buch – aber eher etwas für Fortgeschrittene..!

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# 7 F. Schäffler: Nicht mit unserem Geld! Die Krise unseres Geldsystems und die Folgen für uns alle

Wir befinden uns inmitten eines weltweiten Experiments, das es in dieser Dimension in der Wirtschaftsgeschichte noch nie gegeben hat. Eine gut 40 Jahre andauernde aggressive Geldpolitik faktisch aller großen Notenbanken stößt an ihre Grenzen. Wahrscheinlich erleben nicht erst unsere Kinder die einschneidenden Folgen, sondern wir selbst. Dieses Buch will aufrütteln. Es ist nicht zu spät für eine Umkehr. Es gibt immer einen Weg zurück zu solidem Wirtschaften und zu gutem Geld. Der Kampf dafür fängt jetzt erst richtig an. Es geht nicht nur um unser Geld, es geht um viel, viel mehr. Wenngleich etwas reißerisch, hat Schäffler einige gute Punkte!

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# 8 D. Müller: Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld

Dirk Müller – »Mr. Dax« – schildert den zweiten Akt des Währungs- und Wirtschaftsdramas, das seinen Schauplatz längst von den USA nach Europa verlagert hat. Er rekapituliert die fundamentalen Fehlentscheidungen bei der Konstruktion des Euro, zeigt auf, welche Triebkräfte am Werk waren, wer Profit daraus zog und wer heute ein massives Interesse am Zerfall eines starken europäischen Währungs- und Wirtschaftsraumes hat. Denn die aktuelle Krise ist nicht nur das Ergebnis maßloser Staatsschulden, sie ist auch Ausdruck eines amerikanisch-europäischen Wirtschaftskrieges, der hinter den Kulissen tobt. Manchmal etwas populistisch aber trotzdem sehr lesenswert!

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# 9 S. Kunze: Schwarzbuch Geldsystem

Kann es sein, dass unser Geldsystem gar nicht funktioniert? Stimmt es, dass Banken gar kein Geld verleihen, sondern es bei Kreditvergabe selbst schaffen? Sind Vermögen und Schulden einfach nur zwei Seiten derselben Medaille? Warum wächst die Geldmenge fortwährend? Ist das Bankgeschäft noch profitabler als Drogenhandel? Warum brauchen wir dauernd Wirtschaftswachstum? Was hat die Inflationsrate mit all dem zu tun? Wer gewinnt und wer verliert im Geldsystem? Gibt es Alternativen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses kurze aber durchaus interessante Büchlein.

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