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Geldbewusstsein stärken

GELDBEWUSSTSEIN

Gerade das Geldbewusstsein spielt eine große Rolle, wenn man finanziell frei und wirklich Autark werden möchte. Dieser Punkt wird in den meisten Ratgebern und bei den meisten Methoden, die sich dieser Thematik annehmen, stark unterschätzt oder ganz vergessen. In einem mangelnden Geldbewusstsein liegt aber häufig der geheime Schlüssel, weshalb man sich immer wieder in prekären finanziellen Situationen wiederfindet, oder warum anfänglich erfolgreiche Unternehmen scheitern!

Geldbewusstsein ist die Geisteshaltung, die wir gegenüber dem Geld pflegen

Das Thema Geldbewusstsein taucht in vielen Bereichen auf. Erheblichen Einluss nehmen zum Beispiel negative Glaubensmuster, die wir uns im Laufe des Lebens angeeignet haben. Sie programmieren uns unterbewusst auf den Hamster-Modus. Typisch sind Aussagen wie: “ich bin es nicht wert”, “ich bin arm”, “ich habe kein Geld”, “reich zu sein ist schlecht”, “reiche Menschen nutzen andere aus”, “reiche Menschen müssen Unrecht getan haben, sonst wären sie nicht reich” usw. In den meisten Fällen treffen diese Aussagen überhaupt nicht zu. Da sie von uns aber nicht aktiv wahrgenommen werden und sie meistens bereits seit der Kindheit bestehen, hinterfragen wir sie gar nicht erst. Somit ist unser Denken von einem unterbewussten Mangel geprägt. In Der Glückseffekt haben wir ausführlich dargestellt, welch immensen Einfluss unser Denken auf das Leben hat. Schließlich ist die Außenwelt nicht mehr als ein Spiegel gegenwärtiger und vergangener Gedanken. Schon Buddha sagte:

“Wir sind was wir denken.”

Erfolg, finanzielle Freiheit und Autarkie sind somit wesentlich von unseren Denkgewohnheiten abhängig. Insofern ist die Identifikation und Eliminierung negativer Glaubenssätze nicht nur für die eigene finanzielle Situation, sondern das Leben in seiner Gesamtheit eine Bereicherung und Befreiung!

Begrifflichkeiten im Geldbewusstsein:

Gehen wir aber noch einen Schritt weiter. Setzen wir uns mit der deutschen Begrifflichkeit hinsichtlich einer Verbesserung der eigenen finanziellen Lage auseinander, wird man feststellen, dass immer Anstrengungen vorausgesetzt werden. In der Regel sprechen wir davon, Geld zu verdienen. Man könnte im Umkehrschluss folgern, dass jener, der nichts oder wenig tut, Geld ganz bestimmt nicht verdient hat! Diese Herangehensweise schließt es völlig aus, dass uns Geld einfach so – durch einen netten kleinen Zufall – “zu-fallen” könnte! Im Englischen und Spanischen ist meist von Geld machen die Rede. Das ist schon deutlich besser, aber immer noch nicht perfekt. Wir sind daher über die tolle Bezeichnung “Geld bekommen” gestolpert. Sie beinhaltet zum einen, dass das Geld zu uns kommt (passiver Charakter) und setzt darüber hinaus nicht unbedingt voraus, dass man es (sich vorher) verdient hat (positiver Charakter des Geldes). Denn viele Menschen haben tiefe Glaubenssätze verankert, dass sie Geld eben nicht verdienen (negativer Charakter & mit Geld sind harte Anstrengungen verbunden) und werden es schon aus diesem Grund niemals haben. Geld ist ein tolles Mittel zur Freiheit (dafür sollte es auch genutzt werden). Je nachdem wie unsere Einstellung dem Geld gegenüber ist kann es aber auch das Mittel zur Knechtschaft sein (frei nach Jean-Jacques Rousseau).

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursDr. Nanna Hucke zeigt auf Ihrer Seite Mangelnder Selbstwert und Schuldenkrise” interessante Aspekte auf inwiefern auch das Schulsystem dafür sorgt, dass wir bereits in jungen Jahren von unserem Spieltrieb und damit dem Lernen durch Erfahrung getrennt werden. Heute steht ein komparatives Bildungssystem mehr dennje im Mittelpunkt. Dabei wäre es im Sinne einer langfristig ausgerichteten sozialen Gesellschaft deutlich hilfreicher dies durch ein reziprokes Bildungssystem, das auf gemeinsames Lernen und gegenseitige Hilfe setzt, zu ersetzen (oder zunächst wenigstens zu ergänzen). Darin steht die freie Entfaltung der individuellen Persönlichkeit und Fähigkeiten an vorderster Stelle. Diese ist der größte Garant für emotional positives und auch produktiv erfolgreiches Lernen. Wäre durch dieses gegenseitige Vertrauen einer Schuldenkrise vielleicht sogar vorzubeugen? Jedenfalls überstiege der Gedanke des Miteinanders und des kollektiven Progresses den des individuellen Vorteils und der individuellen Bereicherung.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
N. Hill: Denke nach und werde reich. Die Erfolgsgesetze*
N. Hill: Glaube an Dich und werde reich: Die Fortsetzung von "Denke nach und werde reich"*
P. Bock: Nimm das Geld und freu dich dran: Wie Sie ein gutes Verhältnis zu Geld bekommen*

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Vermögen aufbauen

VERMÖGEN AUFBAUEN

Strategien Vermögen aufzubauen gibt es wie Sand am Meer. Gerade viel Geld in kurzer Zeit zu “verdienen” scheint viele Menschen ganz besonders zu faszinieren. Diese Aussicht setzt schnell mal den logischen Verstand außer Betrieb, und das, obwohl die meisten Angebote offensichtlich unseriös sind. Trotzdem fallen noch immer genug Leute darauf hinein. Das ist nicht weiter verwunderlich. In unsem Gehirn kämpfen der Verstand (der Logos) und das lymbische System (der emotionale Teil des Gehirns) ständig um die Vorherrschaft. Ist das lymbische System einmal “angefixt”, hat der Verstand nicht mehr viel zu melden. Genau das passiert auch beim Thema Geld.

Dein einfachen, mühelosen und schnellen Weg zum eigenen Vermögen gibt es nicht!

Es ist also empfehlenswert sich gegenüber Geld eine neutrale Grundhaltung zu bewahren, um nicht auf seine fiesen Tücken hineinzufallen.

Die Verwechslung von Vermögen und Verbindlichkeiten

Darüber hinaus verwechseln nicht wenige Menschen Vermögen mit Verbindlichkeiten und vergrößern finanzielle Probleme sogar noch. Sie beschleunigen das eigene Hamsterrad, obwohl sie das Gegenteil anstreben – mehr finanzielle Freiheit! Daher sei an dieser Stelle eines gesagt:

Vermögen aufzubauen, bedeutet gerade zu Beginn, ganz genau den gegenteiligen Weg. Arbeit, Willensstärke und langfristiges Denken sind gefragt!

Vermögen aktiv und passiv aufbauen

Generell kann man aktiven Vermögensaufbau von (aktiv) passivem Vermögensaufbau unterscheiden. Das passive Einkommen per sé gibt es nicht. Jedes passive Einkommen bedurfte, zumindest am Anfang, aktivem Tätig werden. Der aktive Vermögensaufbau meint aktive und dauerhafte Arbeit, um einen bestimmten Einnahmenstrom aufrecht zu erhalten oder über die Zeit gar zu vergrößern. Passives Einkommen hingegen bietet die Aussicht, nach anfänglichem Zeitinvestment, auch dann Geld zu bekommen, wenn man gerade “nichts” tut. Typische Beispiele für aktiven Vermögensaufbau ist das Akkumulieren des Einkommens aus aktiver Arbeit als Arbeitnehmer oder Selbstständiger. Das typische passive Einkommen speist sich aus Zinseinnahmen (z.B. des Sparbuches) bzw. Dividenden (aus Aktien). Zinseinnahmen sollten wir immer mit einer Portion Vorsicht und Skepsis gegenüber treten. Schließlich weiß der gebildete Leser dieser Seite und unserer Bücher, dass positive Zinseinnahmen des Einen, immer durch Arbeit bzw. Kreditaufnahmen eines Anderen finanziert werden. Insofern sind auch passive Zinseinnahmen auf der anderen Seite erst durch aktive Arbeit (in der Regel Anderer) entstanden.

Vermögen aufbauen – aber nur mit einem Finanzpolster!

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Das gilt auch für den Aufbau eines finanziellen Polsters, das letzten Endes – zumindest im herrschenden System – der erste Schritt in Richtung Freiheit und Unabhängigkeit, der materiellen Autarkie, ist. Einige interessante Strategien, Denkanstöße und Herangehensweisen werden auf den Unterseiten dieser Kategorie näher beleuchtet. Sie finden sich in aller Ausführlichkeit auch im Buch “Der Hamster verlässt das Rad”. In jedem Fall sollte der Vermögensaufbau nicht zum Selbstzweck erklärt werden, sondern die Verfolgung eines ganz bestimmtes Ziels sollte (intrinsischer) Motivator sein. Sei dies der Luxus aus dem sich immer schneller drehenden Hamsterrad aussteigen zu können, anderen Menschen durch Spenden oder Investitionen zu helfen oder sogar das große Ziel der materiellen Autarkie zu verwirklichen. Geld, um des Geldes (oder sogar des eigenen Egos) Willen zu vermehren und zu horten, oder mehr Geld zu haben, um noch mehr (Luxus-)Konsumgegenstände anzusammeln, ist dagegen ein inferiores Ziel. Getreu unserer Definition von Erfolg und Wohlstand gilt ohnehin, dass Geld fließen muss, um zu uns zurückkehren zu können!

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursUnsere drei Buchempfehlungen zum Thema
W. Stubenrauch: So schaffen Sie Vermögen: Der einfache und effiziente Weg zu mehr...* 
G. Heller: Der einfache Weg zum Wohlstand: Mehr verdienen, weniger riskieren und...*
M. Serve: von der Wildsau zum Sparschwein - das Lustspar-Prinzip: Geld stinkt nicht...*

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Verbindlichkeiten reduzieren

VERBINDLICHKEITEN REDUZIEREN

Verbindlichkeiten und Vermögen sind nur zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite arbeiten sie als Gegenspieler. Auf der anderen Seite können sie doch nicht ohne einander. Wenn man den Unterschied nicht verstanden hat, ist finanzielle Freiheit unerreichbar! Umgekehrt gilt, hat man Vermögen und Verbindlichkeiten durchschaut und weiß sie am Ende oder bereits am Anfang des Monats geschickt zu nutzen, bewegt man sich mit sicheren und zunehmend größeren Schritten in Richtung Freiheit! Grundsätzlich gilt:

Verbindlichkeiten kosten Geld, Vermögensgegenstände bringen Geld ein.

Verbindlichkeiten reduzieren – wer kauft was?

Der größte Unterschied zwischen finanziell freien Füchsen und finanziell unfreien Hamstern liegt daran, wofür sie ihr Geld bzw. Einkommen ausgeben. Das ist der Grund warum es auf der einen Seite Füchse mit geringem Gehalt (Einkommen) gibt, die finanziell frei sind und auf der anderen Seite Hamster mit sechsstelligen Gehältern (Einkommen), die sich immer weiter von der finanziellen Freiheit entfernen. Gerade bei den fleißigen “System-Hamstern” kann man beobachten, wie der Löwenanteil des verfügbaren Einkommens in Verbindlichkeiten “angelegt” wird. Damit löst man jedoch ein Dauerticket für das Hamsterrad. Klingt einfach und das ist es tatsächlich auch. Man muss lediglich verstehen, was zu welcher Kategorie gehört und dementsprechend investieren. Über die Jahre angehäufte Verbindlichkeiten sind nämlich die Hauptursache dafür, dass sich Menschen immer schneller im Hamsterrad drehen (müssen). Ein Großteil des Geldes wird bereits am Monatsanfang vom Konto abgebucht. Was dann noch bleibt, reicht meist nicht einmal für den Rest des Monats. Spätestens wenn neue Kreditaufnahmen getätigt werden, begeben wir uns noch tiefer in das Schuldgeldsystem. Schließlich generieren neue Kredite neue Zinsen, die wiederum von fleißigen Hamstern erwirtschaftet werden müssen. Je höher die direkte Zinslast (wir gehen hier erst gar nicht auf die indirekte Zinslast in Form von Steuern oder in Produkten / Dienstleistungen eingepreisten Zinsen ein), umso schneller muss man laufen. Daher lautet eine Grundregel, das Rad als Hamster zu verlassen:

Minimiere Investitionen in Verbindlichkeiten und maximiere Investitionen in Vermögen!

Würde man allein diese Regel konsequent einhalten, wäre das Ergebnis bereits phänomenal! Und obwohl es ein einfacher und für jeden logisch nachvollziehbarer Merksatz ist, verwirklichen ihn nicht einmal studierte Akademiker oder andere Großverdiener. Dieser Merksatz ist die Erklärung des oben geschilderten Paradoxons zwischen geringverdienenden Füchsen und spitzenverdienenden Hamstern. Getreu dem Merksatz muss der erste Fokus also auf einer Verringerung der Verbindlichkeiten liegen. Ein Prozess, der den meisten – insbesondere besser verdienenden – Menschen enorm schwerfällt, weil sie einen kostspieligen Lebensstandard pflegen.

Wie verringert man nun seine Verbindlichkeiten?

Auch in dieser Frage sprudelt es vor Missverständnissen. Spricht man von einer Verringerung der Verbindlichkeiten, bekommen es viele Hamster mit der Angst zu tun. Sie fürchten, dass ihre Lebensqualität darunter leiden muss. Dazu zwei Anmerkungen: Wenn man damit beginnt, Verbindlichkeiten zu reduzieren, muss der Lebensstandard bzw. die Lebensqualität nicht geringer werden. Sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Man beginnt zwar weniger Quantität, dafür aber mehr Qualität zu konsumieren. Bewirkt die Verringerung der Verbindlichkeiten tatsächlich eine Einbuße des Lebensstandards, zeigt dies nur, wie deutlich über den eigenen Verhältnissen er zuvor lag. Wirklich notwendig sind nämlich nur sehr sehr wenige Produkte und Dienstleistungen. Wir sehen das dann häufig als einen minimalistischen Lebensstil an, aber stimmt das wirklich? (mehr dazu im Blogbeitrag Minimalismus oder Normalismus) Schließlich heißt unser Motto:

Wer wenig braucht, hat alles!

So viele Verbindlichkeiten es gibt, so viele Wege sie zu vermeiden und zu reduzieren gibt es auch. Besonders wichtig ist, dass man weiß, was zu welcher Gruppe gehört. So ist weder das Auto noch das Eigenheim ein Vermögensgegenstand (es sei denn es handelt sich um einen Oldtimer oder ein Haus in München, wo sie schnell und viel Wert gewinnen). Die verhängnisvollsten Verbindlichkeiten sind jedoch Schulden. Hat man das Geldsystem einmal verstanden, bekommt diese Aussage noch eine ganz andere Qualität. Während Schulden auf individueller Ebene den Berg an Verbindlichkeiten deutlich erhöhen und das Hamsterrad beschleunigen, unterstützt man damit auf gesamtwirtschaftlicher Ebene zudem ein problematisch konstruiertes System!

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursMan sollte – sieht man sich angehäuften Verbindlichkeiten gegenüber – die Reißleine gleich aus mehreren Gründen ziehen (sprich Verbindlichkeiten verringern). Darauf fokussieren wir uns auch in „der Hamster verlässt das Rad“. Anhand der Familie Zufall werden typische Fehlannahmen aufgezeigt und charakteristische Verbindlichkeiten vorgestellt. An erster Stelle muss die Erkenntnis der eigenen Situation stehen. Anschließend präsentieren wir Methoden, den Berg an Verbindlichkeiten zu schrumpfen. Dieser Weg wird beschleunigt, indem Zuhause gebundenes Kapital veräußert oder geschickt gespart wird.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
R. Klaus: Wirtschaftliche Selbstverteidigung: Schützen Sie sich und Ihre Familie vor...* 
T. Winter: Finanzieller Minimalismus: Wie Sie in 10 einfachen Schritten schuldenfrei werden*
H. Malecki: Schuldenfrei: Ein Selbstlernbuch auf dem Weg zu neuem Reichtum*

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Finanzkrise 2008

Finanzkrise 2008 - Subprime Krise

Die Finanzkrise 2008 hielt die Welt in Atem. Von einem auf den anderen Tag schien das “Finanz-Universum” aus den Angeln gehoben worden zu sein. Alle volkswirtschaftlichen Modelle wurden plötzlich mit der Realität konfrontiert und (ob ihrer Untauglichkeit?) völlig bloßgestellt. Es offenbarte sich, dass die zahlreichen Annahmen ein völlig verzerrtes Bild der Realität zeichneten. Selbstverständlich sind Prämissen zur Abstrahierung nötig. Das impliziert aber auch, dass sich ein Modell mit jeder zusätzlichen Prämisse immer weiter von der Realität enfernt. AS-AD oder IS-LM-Modelle mögen in der theoretischen Welt gut funktionieren, sind jedoch in der Realität wertlos, solange man sie nicht in den Kontext des menschlichen Verhaltens stellt.

Die daraus entsprungene Verhaltensökonomie hat seither deutlich an Beliebtheit gewonnen!

Auslöser der Finanzkrise 2008, auch Subprime-Krise genannt, waren geplatzte Kredite von Schuldnern in den USA. Vor 2008 wurde nahezu jedem ein Kredit zum Hausbau gewährt, da die Immobilienpreise in den Jahren zuvor stiegen und stiegen. Es bildete sich eine Blase, vor deren Platzen viele Ökonomen warnten! Sie wurden aber nicht ausreichend gehört. Außerdem waren immer neue Schulden dringed nötig, um die immer größer werdenden Guthabens-Zinszahlungen weniger sehr wohlhabender Menschen, weiterhin leisten zu können. Über die Bonität des Kreditnehmers sahen die Kreditinstitute daher einfach hinweg. Schlimmer noch, sie verpacken die Schulden in ausgeklügelte Wert- bzw. Schrottpapiere und verkauften diese mit verschleiernden Bezeichnungen (z.B. Zertifikaten) weiter. Es kam, wie es kommen musste. Vieler Kreditnehmer konnten die Kredite nicht mehr bedienen. Wie im Domino setzte ein reihenweiser Zahlungsausfall ein. Da in der Folge viele Häuser auf den Markt zum Verkauf angeboten wurden, rauschten auch die Immobilienpreise in den Keller. Das Aus. Nicht nur für Schuldner, sondern auch für jene Banken, die zu viele “Schrottpapiere” (auf die natürlich die höchsten Renditen zu erzielen waren) hielten. In der Folge musste man immense Schulden abschreiben. Das wiederum geht mit einer Vernichtung von Vermögen einher. Schließlich sind Guthaben und Schulden nur zwei Seiten einer Medaille. Horst Köhler prägte im Mai des Jahres der Finanzkrise 2008 folgendes Zitat:

“Kapitalismus heißt nicht nur Rendite einfahren, sondern vor allem: mit Risiko umgehen können. Die Finanzkrise zeigt: Gerade daran haben es zu viele Akteure in den Bankhäusern der Welt missen lassen. Risiken wurden unterschätzt.” 

Heute spekulieren Banken und Versicherer schon wieder munter mit sogenannten “Schrottpapieren” und neue Blasen bilden sich auf den Finanzmärkten. Diese Blasen werden durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve (FED) und die japanische Notenbank mit dem nötigen Treibstoff versorgt, da schon lange nicht mehr überschaubare Geldmengen gedruckt werden. Anstatt Unternehmen und Haushalte mit Krediten zu verorgen erreichen sie dann häufig gar nicht die Realwirtschaft, sondern verschwinden überwiegend in den nebulösen Sphären der Finanzmärkte. Dort suchen sie nach der Möglichkeit aus Geld noch mehr Geld zu generieren.

Was passierte eigentlich während der Internetblase 2000? Erfahre es hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
M. Lewis und M. Bischoff: The Big Short: Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte*

D. Müller: Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld*
V. Etzold: Die Finanzkrise – Eine tragische Komödie*


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Brauchen wir ein neues Geld?

Passives Einkommen - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenDiesen Artikel prägte die SZ vor nahezu einem Jahr in Ihrer Ausgabe Nr. 272 vom Mittwoch den 26. November 2014. Immer häufiger wird nun auch in der breiteren Öffentlichkeit eine radikale Reform der generellen Finanz- und Wirtschaftsordnung diskutiert. Dabei attestiert die SZ, dass private Banken Geld schöpfen (das ist in der Presse selten zu lesen).  Weiterlesen

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Zur Griechenland Krise

Liegt in der Vergangenheit Islands DIE Lösung für Griechenland? Island rettete damals seine Banken nicht. Ein Schuldenschnitt Griechenlands käme diesem No Bailout Islands  praktisch gleich – nur dass es die großen privaten spekulativen Privatbanken Europas “treffen” würde. Schließlich werden ja nicht “DIE GRIECHEN gerettet” sondern deutsche und andere europäische PRIVATE Kreditinstitute! Weiterlesen

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Marxismus

MARXISMUS

Wenn man sich mit der Ungleichverteilung von Vermögen und der herrschenden Wirtschaftsordnung beschäftigt, darf Karl Marx und der von ihm gepräte Marxismus nicht fehlen. Er war, völlig unabhängig ob seiner sozialistischen Grundeinstellung, ein brilliander Wirtschaftsanalytiker. Seine wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse sollen daher im Folgenden kurz vorgestellt werden. Schließlich wurde und wird Karl Marx in Bezug auf seine Theorien in weiten Teilen missverstanden. Zudem wurden seine Theorien von Kommunisten genutzt aber falsch ausgelegt, was der Reputation Karl Marx’ ebenfalls nicht unbedingt zum Vorteil gereichte. Dabei könnte jeder von seinen Beobachtungen profitieren. Karl Marx bzw. der Marxismus hat nämlich immer das Wohl des Menschen im Fokus. Die wichtigsten drei Erkenntnisse möchten wir Euch nun vorstellen.

1) Die Werttheorie des Marxismus

Beeinflusst von der Zeit der Industrialisierung und der extremen Auszutzung des sogenannten “Humankapitals” widmete Karl Marx seine Studien der Entstehung von Waren und Preisen. Durch seine Nachforschungen konnte er beweisen, dass sich jede Ware und jeder Preis auf einen gemeinsamen Nenner reduzieren lässt – die menschliche Arbeitskraft. Sie akkumuliert sich über die Wertschöpfungskette zu einem Endpreis. Die Natur auszubeuten kostet schließlich (noch) “nichts”, weil Rohstoffe ganz ohne unsere Hilfe enstehen und wachsen. Der Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung entsteht jedoch in erster Linie aus den Kosten der enthaltenen Arbeit. Darüber hinaus gibt es natürlich auch andere Einflussfaktoren für die Produktpreise wie z. B. (versteckte) Kapitalkosten. Aber selbst diese können in ihrem Ursprung auf die Arbeitskraft zurückverfolgt werden.

2) Die Zersplitterung des Arbeitsprozesses im Marximus

Auch diese Erkenntnis lässt sich auf Beobachtungen der Zeit der Insdustrialisierung zurückführen. Karl Marx hatte gesehen, dass der Arbeitnehmer durch die zunehmende Spezialisierung von Arbeisprozessen immer mehr den Bezug zu ihrer Tätigkeit verloren. Gerade während der Industrielisierung herrschten zudem unmenschliche Arbeitsbedingungen. Man schuftete bis zu 18 Stunden am Tag, hatte kaum Pausen und die Arbeit verlief im Akkord. Zudem wurde nicht rotiert und auch keine anderen Maßnahmen verfolgt, um die Kompetenz der Arbeiter zu erweitern und damit auch deren Motivation zu fördern. Man verrichtete somit einen einzigen Handschlag, Tag ein Tag aus, teilweise sieben Tage die Woche. Es ist wenig verwunderlich, dass dadurch immer weniger Arbeitnehmer Befriedigung aus ihrer geleisteten Arbeit zogen. Schließlich sieht er kaum etwas vom Endprodukt und verfällt in eine schreckliche Monotonie.

Auch heute können wir diesen Prozess zum Beispiel bei der Büroarbeit am Computer beobachten. Nur Wenige wissen am Ende des Tages, was sie den ganzen Tag über genau getan haben, weil der Blick auf das Endprodukt fehlt. Das kann auf Dauer demotivieren und ein nicht zu vernachlässigender Grund für immer mehr Burnout-Fälle sein. Es ist also kostbar, wenn man den Mitarbeiter am Endprodukt teilhaben lässt und die Arbeitsprozesse, zum Beispiel in der Fertigung, möglichst breit fächert. Im Fachjargon spricht man hier von Job rotation, Job enlargement und Job Enrichment.

3) Konflikte zwischen Kapital und Lohnarbeit im Marxismus

Ein weiteres Mal lassen fließen Beobachtungen aus der Zeit der Industrialisierung in die Erkenntnisse des Marxismus. Auch er besitzt große Aktualität und ist eng mit dem Hamsterrad verbunden in dem wir uns befinden. Karl Marx beschreibt den zunehmend offensichtlich werdenden Unterschied zwischen Kapital und Lohnarbeit. Er spricht an, dass diese Diskrepanz eine enorme gesellschaftliche Sprengkraft entwickeln kann. Schließlich können jene Menschen, die Kapital besitzen, nur durch dessen Besitz mehr Kapital generieren. Menschen die als Angestellte oder Selbstständige arbeiten, müssen mit ihrer Hände Arbeit Kapital generieren. Während der eine also für sein Geld schweißtreibend arbeitet, setzt es der andere lediglich ein, um daraus mehr zu machen. Kapital ist Lohnarbeit also immer überlegen. Diese Situation ist heute womöglich deutlicher erkennbar dennje. Wenn Familie Quandt beispielsweise 800 Millionen EUR Dividenden pro Jahr durch ihre BMW-Aktien erhält kann sie diese unmöglich verkonsumieren (hätte sie ein Herz aus Gold könnte sie allerdings fast den kompletten Betrag spenden). Einen großen Teil müssen sie daher wieder investieren, damit die Inflation auf lange Sicht nicht das Vermögen auffrisst. Dadurch generieren sie noch mehr Kapital, das sie wieder investieren müssen usw. Diese Kapitalüberlegenheit hat den Begriff des Kapitalismus geprägt.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
K. Marx: Das Kapital: Kritik der politischen Ökonomie*

G. Fülberth: Marxismus: Basiswissen Politik/Geschichte/Ökonomie*
E. Hobsbawm: Wie man die Welt verändert: Über Marx und den Marxismus*


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Unnötige Arbeit

Der Begriff unnötige Arbeit bekommt nur selten die Aufmerksamkeit, die er eigentlich verdient. Dabei ist unnötige Arbeit eine der relevanten Konsequenzen der überwiegend verbreiteten westlichen Wirtschaftsordnung. Er bedeutet immense Kosten für das Gemeinwesen, ohne bedeutenden Mehrwert für die Allgemeinheit zu schaffen. Vielmehr senkt es in der Summe unseren Lebensstandard und das zwingt uns dazu Tag auf Tag noch schneller im Hamsterrad laufen zu müssen. Der Faktor unnötige Arbeit sollte somit unbedingt nicht nur in den akademischen Wirtschaftswissenschaften sondern auch von den an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessierten Laien mehr Beachtung finden. Einen großen Beitrag zur Aufklärung und Aufklarung hat Prof. Christian Kreiß geleistet. Er bezeichnet unnötige Arbeit zurecht als blinden Fleck in den Wirtschaftswissenschaften, da er, wie bereits erwähnt, kaum thematisiert wird und weitgehend unbekannt ist. Dabei reicht eine einzige, einfache Fragestellung aus, um den Sachverhalt zur Diskussion zu stellen:

Ginge es uns allen heute nicht besser, wenn einige Bankster anstatt undurchschaubare Finanzprodukte zu entwickeln, in einem Altenheim gearbeitet hätten?

Definition unnötige Arbeit

Unter dem Begriff der unnötigen Arbeit wird also Arbeit verstanden, die nicht zum Zwecke der allgemeinen Vermehrung der Lebensqualität beiträgt, sondern lediglich einer sehr kleinen Gruppe dient. Unnötige Arbeit - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenNur wenn der allgemeine Wohlstand (im Sinne höherer Lebensqualität) über Ländergrenzen hinweg steigt, können wir ein friedliches und nachhaltiges globales Zusammenleben gewährleisten. Und das ist aus unserer Sicht die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts! Insofern sollten wir eigentlich alle, selbst jene die von der derzeit dominanten Geld- und Wirtschaftsordnung besonders profitieren, an gemeinschaftlichen und friedlichen Lösungen interessiert sein. Der Faktor unnötige Arbeit ist aber erst aus dieser prekären Wirtschaftsordnung hervorgegangen, in der das oberste zu erreichende Ziel der maximale finanzielle Profit ist. Dabei ist sie häufig vielmehr Beschäftigungstherapie als tatsächliche Arbeit oder gar Beruf. Beruf kommt sintemalen von Berufung! Die maßgebliche tiefer liegende Ursache unnötiger Arbeit liegt im allgemeinen Überkonsum.

Unnötige Arbeit verteuert in der Folge unser aller Leben!

Prof. Kreiß betont dabei, dass der Abbau dieser Problematik allein bereits zu einer wirtschaftlichen Dürre führen könnte, da ein Großteil der Arbeit eingespart werden müsste. In der Folge wäre allerdings ein deutlich gesünderer Zustand erreicht. Das könnte allen auf Dauer einen Lebensstil ermöglichen, der von mehr Freizeit, weniger Arbeitsstress und höherer finanzieller Unabhängigkeit gekennzeichnet wäre. Im Bezug auf die allgemeine Gesundheit (Stichwort Burnout) spielt der Gesichtspunkt der Beschäftigung ohne Identifizierung mit der Tätigkeit eine besonders wichtige Rolle. Wer ein Leben lang einem Job nachgeht, der ihn nicht ausfüllt und befriedigt, der ist deutlich stärker gefährdet an Burnout zu erkranken! Aber auch im Hinblick auf unser Ökosystem könnte ein Abbau unnötiger Arbeit dazu beitragen, die bereits verursachten Schäden wenigstens halbwegs zu regenerieren. Das Ziel müsste dann materielle Autarkie heißen.

Insbesondere in diesem Punkt müssen wir uns alle an der eigenen Nase packen, denn ein Großteil der unnötigen Arbeit wird eben durch unnötigen Konsum hervorgerufen und provoziert. Wer schafft es schon, auf eine (oder gar mehrere) der folgende Fragen mit Nein zu antworten?

– Ich habe mir einen neuen Fernseher gekauft, obwohl der alte noch funktionstüchtig ist?
– Ich habe mir ein neues Auto gekauft, obwohl das alte noch tapfer lief?
– Ich habe mir einen neues Handy gekauft bzw. geschenkt bekommen, obwohl der Vorgänger keinerlei Macken hatte?

Hier erkennen wir uns wahrscheinlich alle wieder. Der eine mehr, der andere weniger. Gerade beim Umfang und der Art unseres Konsums können wir jedoch alle gemeinsam Einfluss auf die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaftsordnung nehmen! Es ist schon ein Anfang, sich beim nächsten Einkauf zweimal zu überlegen, ob man diese oder jene Sache wirklich braucht oder man nicht sogar besser dran wäre sie nicht zu konsumieren?

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursDu hast nun bereits jede Menge Informationen über das zugrunde liegende Wirtschafts- und Geldsystem sammeln können. Welche Auswirkungen sich darauf für das aktuelle Geldsystem ergeben, erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
C. Kreiß: Profitwahn: Warum sich eine menschengerechtere Wirtschaft lohnt*
B. Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie: Wirtschaftstheorien in der Krise*

C. Kreiß: Geplanter Verschleiß: Wie die Industrie uns zu immer mehr…*


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Bretton-Woods-System

BRETTON-WOODS-SYSTEM

Über nahezu 30 Jahre existierte auf der Welt ein System fester Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar – das sogenannte Bretton-Woods-System. Es wurde 1944 unter Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet. Die Grundlage bildete der sogenannte “White Plan”. Das System fester Wechselkuse sollte mit der Auflösung durch Richard Nixon im Jahr 1971, und der Abkopplung vom Goldstandard, enden. Das Bretton-Woods-System ist in der Wirtschaftswissenschaft kaum kritisch untersucht worden. Ist es doch der Hauptgrund, weshalb der US-Dollar zur Weltleitwährung werden konnte: „Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe unbeabsichtigter Weise mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird nun von ihrem Kreditsystem beherrscht. Unsere Regierung basiert nicht länger auf der freien Meinung, noch auf der Überzeugung und des Mehrheitsbeschlusses, es ist nun eine Regierung, welche der Überzeugung und dem Zwang einer kleinen Gruppe marktbeherrschender Männer unterworfen ist.” (Woodrow Wilson)

Die Kontrolle und Durchsetzung des Abkommens übernahmen die neu geschaffenen Institutionen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Heute zeichnen sowohl die Weltbank als auch der IWF für die Vergabe von Krediten an Länder der 3. Welt verantwortlich. Sie werden auch gerne als “Lender of last resort” (Verleiher der letzten Instanz) bezeichnet. 

Das Bretton-Woods-System – eine Übersicht:

Um das Bretton-Woods-System richtig zu verstehen, beginnen wir mit einer Frage. Was bedeuten feste Wechselkurse für Volkswirtschaften und wie genau sah das beim Bretton-Woods-System aus? Im Bretton-Woods-System wurde verankert, dass zwischen dem US-Dollar der USA und den Währungen der restlichen Welt ein Regime festgelegter (fixer) Wechselkurse geschaffen wird. Der US-Dollar wiederum war vermeintlich durch Gold gedeckt und in selbiges einlösbar. Man legte fest, dass 35 US-Dollar genau einer Unze Gold (31,1 Gramm) entsprechen sollten.

Um die Stabilität des Systems zu gewährleisten wurden die Zentralbanken weltweit dazu verpflichtet, überschüssige US-Dollar abzuschöpfen (abzukaufen) und als Reserve zu halten. Das ist ein weiterer Hauptgrund, weshalb sich viele Zentralbanken vor US-Dollar-Reserven kaum retten können. Das wiederum sorgt für große Sorge vor einem Dollar-Crash. Somit mussten bis zum Jahre 1971, als das Bretton-Woods-System aufgelöst wurde, alle Währungen einen festen Kurs zum US-Dollar einhalten. Damit war der Mechanismus der Auf- und Abwertung und damit der Anpassung an die dem jeweiligen Land adäquate volkswirtschaftliche Stärke nicht mehr gegeben. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Nicht zuletzt, da auch die vermeintlich vorhandenen Goldreserven schon lange ausgegangen waren, wurde das Bretton-Woods-System dann schließlich aufgegeben. In der Folge kehrte man zu einem System flexibler Wechselkurse zwischen den Ländern zurück.

Weshalb gerade Karl Marx mit seinen Analysen so interessant ist, erfährst Du hier.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
E. Wolff: Weltmacht IWF: Chronik eines Raubzugs*
N. Kishtainy: Das Wirtschaftsbuch: Wichtige Theorien einfach erklärt*
G. Hesse: Die Goldpolitik der Notenbanken: seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems*


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Euro-Unwahrheiten

Der für Deutschland zu schwache Euro hat die deutsche exportorientierte Wirtschaft quasi zum Gewinner der Eurozone werden lassen. Gerade deshalb wird uns in der Medienwelt ständig suggeriert, Deutschland profitiere vom Euro wie kein zweites Land in Europa und müsse deshalb nun auch zahlen.

Aber stimmt diese Aussage bei genauerem Hinsehen wirklich, oder wird sie lediglich aus strategischen Gründen lanciert?

1. Euro Kaufkraftstabilität:

Die Kaufkraft des Euro hat seit dessen Einführung rund 60 Prozent eingebüßt – also in 10 Jahren! Gleichbedeutend mit einer mehr als Verdopplung der Preise – und Reallohnsenkungen.
Die D-Mark hingegen war über einen langen Zeitraum eine der stabilsten Währungen der Erde.

2. Euro Zinsniveau:

Durch die Einführung der Euro-Zone änderten sich die Zinsniveaus der Teilnehmer dramatisch. Die vorherigen Niedrigzinsländer (Deutschland, Niederlande, Österreich, Luxemburg, Frankfreich usw.) mussten deutliche Zinszuwächse hinnehmen, während die vorherigen Hochzinsländer, die Peripheriestaaten der Eurozone, einen deutlichen Rückgang der Zinsen verzeichnen konnten. Euro in der Krise - Geldsystem verstehen und Hamsterrad verlassenIn der Folge, konnten diese Staaten sowohl öffentlich als auch privat wesentlich mehr Kredite aufnehmen als dies die Wirtschaftskraft eigentlich zugelassen hätte was zu einer Erhöhung der Staatsausgaben führte (das umgangssprachliche “über die Verhältnisse leben”) während für die Niedrigzinsländer durch den Zinsanstieg die Refinanzierung als auch das in Gang halten der Wirtschaft deutlich erschwert wurde. In den Peripheriestaaten, insb. in Spanien, führten diese niedrigen Zinsen in der Konsequenz zu einem künstlichen Konjunkturboom, der insbesondere in der Bauindustrie zu beobachten war. Faktisch war es so, dass die Spanier durch die niedrigen Zinsen dazu “gedrängt” wurden, Häuser zu bauen, da die Immobilienpreise wesentlich stärker wuchsen als die Kreditzinsen betrugen. Als die Zinsen dann, mit abnehmender Bonität der Länder durch zunehmende Verschuldung (nicht nur in Spanien – sondern in allen Peripheriestaaten), wieder anstiegen – konnten viele “Häuslebauer” die Kredite nicht mehr bedienen und mussten die Bauprojekte aufgeben (deshalb sind in den Südländern überdurchschnittlich viele nur zur Hälfte fertig gebaute Häuser zu sehen). Real gesehen profitierten also die Peripheriestaaten durch den Zinsgewinn, während die “Kernländer” durch steigende Zinsen benachteiligt wurden. Als Folge der Euro-Einfühung zahlt Deutschland die höchsten Realzinsen (Zins nach Abzug der Inflation), obwohl es während der D-Mark-Zeiten die niedrigsten Realzinsen zu zahlen hatte.

3. Euro und Reallohn:

Der Reallohn ist in direktem Zusammenhang mit dem Realzins zu sehen. Durch den künstlichen Konjunkturboom kam es in den Peripheriestaaten zu deutlichen Lohnerhöhungen, die auf Dauer unter dem Gesichtspunkt international konkurrierender Märkte zu zu teuren Produkten führten. Diese Länder verloren also durch die steigenden Löhne an Wettbewerbsfähigkeit was wiederum zu der enorm hohen Arbeitlosenquote führte, mit der sie derzeit zu kämpfen haben. Umgekehrt erging es den Kern-Eurostaaten. Diese mussten stetige Reallohnsenkungen hinnehmen was sie international durch günstigere Produkte zwar wettbewerbsfähiger (insbesondere gegenüber den sowieso schwächeren Peripheriestaaten) machte, was zu einem Zuwachs an Arbeitsstellen führte – die breite Bevölkerung jedoch durch immer niedrigere Löhne zunehmend ärmer macht.
Die wahren Profiteure in Deutschland sind die wenigen DAX-Konzerne, die durch die niedrigen Reallöhne die Exportrate exorbitant steigern konnte.

Euro und die Euro Krise - Geld- und Wirtschaftssystem verstehen mit Tag auf Tag im Hamsterrad

Leider muss man abschließend sagen, dass (bis auf die wenigen Ausnahmen der großen Konzerne) die breite Bevölkerung Europas (die einen durch Reallohnsenkungen – die anderen durch steigende Arbeitslosenquoten) durch die gemeinsame Währung deutlich benachteiligt werden. Dies führt dann leider zu gegenseitigem Neid, Hass und der Wiederaufflammung von nationalistischen Ressentiments obwohl doch beide Seiten die Verlierer sind.

Die Frage muss erlaubt sein, weshalb diese tieferen Ursachen niemals erläutert werden? Durch dieses Verständnis könnte das Konfliktpotenzial der Bevölkerungen deutlich abgemildert werden.

Und trotzdem wird uns immer wieder eingetrichtert, dass wir (Deutschland) die großen Gewinner der Eurozone seien. Doch weder wir, noch die zunehmend verarmenden Peripheriestaaten sind Gewinner. Würden die Länder zu ihrer eigenen Währung zurückkehren, könnten diese Spannungen abgebaut – durch den Auf- und Abwertungsmechanismus – werden.

4. Euro Aufnahmekriterien, Schummeleien und der Maastricht-Vertrag

Bereits bei der Aufnahme einiger Länder in die Eurozone wurden Bilanzfälschungen billigend in Kauf genommen. Das soll heißen, dass die Länder (auch Deutschland) sehr wohl wussten, dass die Periphäriestaaten (wie z.B. Griechenland) die Aufnahmekriterien nicht erfüllt haben und nur durch entsprechende “beschönigende” Bilanz(tricks) diese Kriterien erfüllten. Übrigens war es auch Mario Draghi (während seiner Goldman Sachs Zeit) der hier tatkräftig mithalf und Goldman Sachs anschließend die Sahnestücke Griechenlands sicherte.
Leider ist noch zu unbekannt, dass in Griechenland gewaltige Öl- und Gasvorkommen schlummern (das ist allerdings noch nicht so lange bekannt – das Bekanntwerden fällt erstaunlich exakt mit der Veröffentlichung der griechischen Schuldenproblematik (die ja bereits vorher bekannt war) und der Hetze gegen die älteste Demokratie der Welt zusamen). Dieses Land ist also nicht arm, sondern enorm reich – die Bevölkerung wird davon, ähnlich wie in Libyen/ Irak/ Afganistan/ Sudan/ Uganda (Kony – der seit Jahren schon nicht mehr in Uganda ist – lässt grüßen)/ und wohl leider bald auch Syrien und Iran usw. usw. leider niemals profitieren – ganz anders aber die Großkonzerne des Öl- und Gasgeschäfts.

Die Konsequenz aller angesprochenen und analysierten Problematiken sind immer wiederkehrende Wirtschafts- und Finanzkrisen. Die verheerenden Auswirkungen der bekanntesten Krisen findest Du hier.

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Leitzins

DER LEITZINS - FAZILITÄTEN DER ZENTRALBANK

Immer wenn wir etwas von der EZB hören, denken wir automatisch an den Leitzins oder an das Geld drucken. Damit Geld überhaupt geschaffen werden kann, braucht es allerdings etwas mehr als ein paar Druckerpressen. Der Vorgang ist nicht selten komplex und vielschichtig. Hierfür stehen den Zentral- bzw. Notenbanken eine Reihe geldpolitischer Instrumente zur Verfügung. Diese Werkzeuge nennt man Fazilitäten. Damit versuchen sie unter anderem die in der Volkswirtschaft umlaufende Geldmenge zu steuern. In Europa verfolgt die EZB mittels der Fazilitäten ein Inflationsziel von zwei Prozent. Die bekannteste der Fazilitäten ist der “Leitzins”, doch es gibt eine Vielzahl geldpolitischer Möglichkeiten.

“Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln.” (Jean Paul Getty)

Fazilitäten – Der Leitzins

Mit der Justierung des Leitzinses kann die Zentralbank Einfluss auf “Wechselgeschäfte” nehmen. Unter diesen sogenannten “Wechseln” versteht man die Vorfinanzierung der Handelsunternehmen (HU) gegenüber den Produktionsunternehmen (PU). Das ist in der herrschenden Wirtschaftsordnung notwendig, da die HU in der Regel nicht über genügend Eigenkapital verfügen, um alle Waren vorzufinanzieren. Nur so kann man garantieren, dass die Wirtschaft mit ausreichend Gütern versorgt wird.  Im Prinzip wird hier auf Komission geliefert und als Gegenwert ein Wechsel ausgestellt. Auch das ist eine Versprechung auf Zahlung des Geldes.

So funktionieren Wechsel

Diese Wechsel können von Produktionsunternehmen bei der Geschäftsbank gegen Geld eingetauscht werden. Die Geschäftsbanken können diese Wechsel wiederum bei der Zentralbank gegen Geld “rediskontieren”. Handelt es sich bei diesem Geld um Sichtguthaben (das ist normalerweise der Fall), dann ist ein Wechsel ein Anspruch auf einen Anspruch auf Geld (in Form gesetzlichen Zahlungsmittels). Über den Abschlag (Zinssatz) kann die Zentralbank nun Einfluss nehmen. Damit beeinflusst sie zum Beispiel auch, wie hoch dein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto verzinst wird.

Fazilitäten – Der Lombardsatz

Der Lombardsatz bestimmt, zu welchem Zinssatz Wertpapiere bei der Zentralbank kurzfristig verpfändet werden können. Mit der Verpfändung meint man eigentlich die Liquidation – sprich Wertpapiere zu Geld zu machen. Eine sehr gängige Methode den Lombardsatz zu nutzen sind beispielsweise Staatsanleihen, die von Geschäftsbanken bei der Geschäftsbank als “Sicherheiten” hinterlegt, verpfändet, werden. Damit kann sich die Geschäftsbank weiteres Geld leihen und an die Kunden weiterreichen.

Fazilitäten – Die Offenmarktpolitik

Dieses Instrument ist gerade in jüngster Vergangenheit durch den Ankauf griechischer Staatsanleihen in Verruf geraten. Es erlaubt es den Zentralbanken auf dem offenen Markt Wertpapiere anzukaufen und zu verkaufen. Durch den Ankauf führt sie dem Markt Geld zu (Geldmengenerhöhung), durch den Verkauf entzieht sie dem Markt Geld (Geldmengenverknappung). In der Eurozone ist in der Regel die Offenmarktpolitik mit dem Begriff des “Leitzinses” als Instrument der Geldmengensteuerung gemeint.

Fazilitäten – Die Mindestreserve

Neben der Offenmarktpolitik stellt die Festlegung der Mindestreserve das wichtigste geldpolitische Instrument der Zentralbank dar. Die gesetzliche Mindestreserve (die wir unter dem Kapitel Fractional Banking mit der Giralgeldschöpfung verknüpft haben), muss von Geschäftsbanken bei der Zentralbank in Zentralbankgeld gehalten werden. Sie ist die Voraussetzung für Geschäftsbanken Kredite – Ansprüche auf Geld – vergeben zu können. Damit kann die Zentralbank die zusätzliche Kreditvergabe (Geldschöpfung) der Geschäftsbanken legislativ beschränken.

Die Fazilitäten ermöglichen also erst die Geldschöpfung. Wie diese funktioniert erfährst Du hier.

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Geldmenge und Geldmengensteuerung

GELDMENGE und GELDMENTENSTEUERUNG

Die ersten Kapitel haben aus Dir bereits einen richtigen Geldspezialisten gemacht. Mit diesem Wissen kannst Du nicht nur Deinen eigenen Weg zur finanziellen Freiheit beschleunigen, sondern auch anderen dabei behilflich sein. Denke immer daran, dass man das, was man gibt, um ein Vielfaches zurückbekommt! In diesem Kapitel erfährst Du, was es mit der Geldmenge und ihrer Steuerung durch die Zentralbanken auf sich hat. Zum Teil haben wir diese Themenbereiche ja schon angeschnitten, aber wir möchten Dich ja zum Fuchs machen – also, weiter gehts!

Definition der Geldmenge

Wenn Du die Funktionsweise von Inflation und Deflation verstanden hast, dann ist der größte Schritt bereits getan. Sie hängen nämlich eng mit der Geldmenge und der Geldmengensteuerung zusammen. Klar ist, dass die Geldmenge einen besonderen Einfluss auf unsere Lebenshaltungskosten hat. Insofern sind Definitionen nicht selten – selbst in der akademischen Wirtschaftswissenschaft – äußerst umstritten. Das liegt zum Teil auch daran, dass nach wie vor nicht klar ist, was Geld eigentlich genau ist (siehe Definition Geld). Dabei weiß heute jeder:

“Geld regiert die Welt!”

Eine genaue Kenntnis über die Geldmenge ist jedoch von essentieller Bedeutung für die Zentralbanken. Sie sind nämlich mit der Aufgabe betraut, die Geldmenge zu kontrollieren und an die Volkswirtschaft(en) anzupassen. Solange aber eine klare Definition von Geld fehlt, ist auch eine effektive Steuerung kaum möglich. Damit ist es extrem schwer Volkswirtschaften vor inflationären oder deflationären Tendenzen zu bewahren! Außerdem führen ungenaue Geldmengenangaben dazu, dass – per Hebelung durch Kreditvergabe der privaten Geschäftsbanken – Überschüsse zu spekulativen Zecken verwendet werden. Das wiederum kann besonders gefährliche Rückkopplungseffekte für die reale Volkswirtschaft haben. Geld und seine verschiedenen Ausprägungen wird allerdings klassifiziert und somit sind auch einigermaßen genaue Geldmengenangaben möglich. Folgende Unterscheidungen werden innerhalb der Geldmengen gemacht:

Geldmenge M0:

Darunter werden alle Banknoten und Münzen zusammengefasst, die sich im Umlauf bzw. bei Geschäftsbanken befinden. Die Geldmenge M0 zeigt damit den Bestand gesetzlicher Zahlungsmittel – dem einzig wahren Geld. Über sie wird – mittels des Leitzinses – die Geldmenge gesteuert. Man muss allerdings wissen, dass die privaten Geschäftsbanken durch Kreditvergabe (anhand der Mindestreserve-Regelung) daraus ein Vielfaches an Sichtguthaben schaffen können.

Geldmenge M1:

Darunter versteht man den gesamten Bargeldbestand (Zentralbankgeld) zuzüglich der Sichtguthaben. Sichtguthaben, als Bestände auf Girokonten, sind jedoch nichts weiter, als Ansprüche auf Zentralbankgeld. Damit bezeichnet die Geldmenge M1 bereits “Geld”bestände, die gar nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Damit begeben wir uns schon auf eher unsicheres Terrain.

Geldmenge M2:

Darunter versteht man die Geldmenge M1, plus alle Einlagen mit Laufzeit bis zu zwei Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu drei Monaten. Hier schleicht sich eine weitere Verwirrung in die Diskussion. Denn was hat die Geldmenge schon mit Einlagen und Kündigungsfristen von drei Monaten zu tun? Schließlich können diese Einlagen frühestens in drei Monaten zu richtigem Geld gemacht (liquidiert) werden! Es sind also nicht nur Ansprüche auf zukünftiges Geld, sondern, würde man sie in Sichtguthaben einlösen, sogar nur noch Ansprüche auf Ansprüche!

Geldmenge M3:

Noch komplexer wird es bei der Geldmenge M3. Sie beinhaltet die Geldmenge M2 plus alle Anteile an Geldmarktfonds, Rücklaufversicherungen, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen (mit Laufzeit bis zu zwei Jahren). Sie enthält also unter anderem sogar Ansprüche auf Ansprüche auf Ansprüche auf Geld! Nun kann man auch verstehen, weshalb es für die Zentralbank so schwer ist, eine effektive, präzise und für alle zufriedenstellende Geldmengensteuerung zu gewährleisten. Wegen der vielfältigen Formen und Arten von “Geld” bzw. von Krediten, haben sie es mit einer sehr großen Undurchsichtigkeit zu tun.

Je nach dem welche der genannten Berechnungsgrundlagen nun herangezogen wird, ergeben sich bedeutende Unterschiede. Wie bereits im Abschnitt Inflation & Deflation beschrieben, entstehen Probleme für die Volkswirtschaft, wenn die Geldmenge nicht den realwirtschaftlichen Werten entspricht und adäquat angepasst werden kann.

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursWelche Instrumente die Zentralbank für ihre Geldpolitik – unter anderem der guten Geldmengensteuerung – zur Verfügung hat, wird im Kapitel “Fazilitäten” beleuchtet.

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Wissenswertes

Es gibt noch eine Menge weiterer Aspekte und Einflussfaktoren bezüglich des herrschenden Geldsystems sowie den Herangehensweisen daraus zu entkommen. Sie wurden bislang noch nicht angesprochen. Deshalb ist diese Rubrik entstanden. Sie listet wissenswerte Begriffe auf und erklärt sie. Momentan befinden sich darunter folgende Thematiken:

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und Erkenntnisse sammeln!

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Wie das Geld- und Wirtschaftssystem funktioniert und uns zu Hamstern macht”
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Glass Steagall Act – Trennbankensystem

TRENNBANKENSYSTEM - GLASS STEAGALL ACTDer Glass Steagall Act (Trennbankensystem) in den USA geht zurück auf das Jahr 1933. Er wurde unter wirtschaftlich höchst turbulenten Zeiten erlassen.

Es war die Reaktion auf die katastrophalen Auswirkungen der Ereignisse vom Schwarzen Freitag, der sich 1929 ereignete und eine Weltwirtschaftskrise (die große Depression) nach sich zog. Das Ziel war die Bekämpfung der Bankenkrise und der bereits seit Jahren anhaltenden Deflation.

Diese Tendenzen mussten dringend abgeschwächt und umgekehrt werden, wollte man den Totalzusammenbruch der Weltwirtschaft vermeiden. Anstatt dessen verstärkten sie sich aber sogar gegenseitig!

Deflation bedeutet, dass sich Preise in einer Abwärtsspirale befinden. Alles wird Tag auf Tag günstiger. Was die Wirtschaft zunächst belebt, führt schon kurz darauf dazu, dass immer weniger Geld ausgegeben und konsumiert wird. Alle Welt spekuliert nämlich darauf, dass die Preise noch weiter fallen. Das kann die Wirtschaft sogar zu Erliegen bringen. Gerade in solchen Zeiten braucht es Kredite für Investitionen – von Banken.

Doch genau das war damals das größte Problem. Da infolge des Börsenzusammenbruchs von 1929 ein Großteil der Schuldner ausfiel, mussten die Banken enorme Summen abschreiben. Der zusätzlich ausgelöste Bank-run tat sein übrigs dazu, dass fast ein Drittel aller Banken Pleite gingen. Kredite waren überaus knapp und nur schwer zu bekommen – heute sehen wir in deflationären Zeiten genau die gegenläufige Tendenz.

Glass Steagall Gesetz oder Trennbankengesetz

Der Glass Steagall Act, zu Deutsch Trennbankensystem, ist ein US-amerikanisches Gesetz zur Regulierung der Finanzmärkte, genauer gesagt der Banken. Es wurde unter Präsident Hoover 1932 erlassen und später – 1933 – unter Präsident Roosevelt nochmals modifiziert verabschiedet.

Die Idee dazu geht auf Senator Carter Glass (Virginia) und dem Kongressabgeordneten Henry B. Steagall zurück. Das Gesetz wurde – den beiden Demokraten zu Ehren – nach ihnen benannt.

Das Gesetz des Glass Steagall Act beinhaltete die stabilisierende Regelung, dass Banken ihr Kerngeschäft fortan vom Spekulationsgeschäft zu trennen hatten.

Was heißt Trennbankensystem genau?

Das Kerngeschäft von Banken liegt eigentlich im Kreditwesen. Das heißt in der Ausgabe von Krediten an private Haushalte und Unternehmen.

Private Haushalte nutzten die Kredite damals vor allem für die Finanzierung des Hausbaus im Sinne eines traditionellen Darlehens. Erst später begann die Flut der (dummen) Konsumkredite. Darüber hinaus waren Banken vor allem für die Aufbewahrung der Einlagen der Kunden zuständig, was im Laufe der Jahre immer risikoreicher wurde..

Unternehmen wiederum benötigen Kredite um Investitionen tätigen zu können. Im Rahmen einer sogenannten Fremdfinanzierung über Banken können damit deutlich größere Investments getätigt werden. Das Unternehmen kann dadurch auf der einen Seite das Eigenkapital hebeln und auf der anderen Seite das Risiko von Investitionen verringern.

Das Bankensystem der Trennbanken

Banken mussten im Trennbankensystem somit ihre traditionellen bzw. kommerziellen Einlagengeschäfte- und Kundengeschäfte von Investmentgeschäften strikt trennen.

Sie mussten ihr Geschäft somit dem einer Spezialbank angleichen und sich zwischen Kredit- bzw. Einlagengeschäft oder Investmentgeschäft entscheiden. Man hatte nämlich über viele Jahre festgestellt, dass gerade die Verknüpfung von traditionellem Kreditgeschäft mit dem Investmentbereich schnell zu Interessenkonflikten führen konnte. Diese äußerten sich zum Beispiel in spekulativem Handel und unprofitablen Kreditvergaben.

Das Dasein als Investmentbank hatte für das Renditegeschäft jedoch einen erheblichen, lange unterschätzen Vorteil. Investmentbanken unterlagen nicht weitaus weniger strengen Aufsichtsregeln und Kapitalvorschriften als traditionelle Geschäftsbanken

Das Problem der Universalbanken

Gerade Börsenzusammenbrüche und damit verbundene rapide Kursverluste, könnten große Universalbanken, die ebenfalls in das Investmentgeschäft involviert sind, schnell in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Ein Bankrott trifft jedoch „normale“ Bankkunden in Universalbanken ebenso – und zwar völlig ungerechtfertigt! Derweil wollen sie ihr Geld eigentlich lediglich gut verwaltet wissen.

Der Glass Steagall Act stellte lange Zeit ein stabilisierendes Trennbankensystem her. Es sorgte dafür, dass der systemisch wichtige Teil der Banken – die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten – im Falle eines drohenden Bankrotts von der Regierung (den Steuerzahlern) aufgefangen werden konnte.

Insofern war die Trennung der Geschäftsbereiche von Universalbanken – spekulatives Investmentgeschäft vs. traditionelles Bankgeschäft – voll und ganz gerechtfertigt.

Wer bei den Banken in der Kreide steht, muss damit rechnen, dass die ihn im Ernstfall in der Tinte sitzen lassen.” (Renzie Thom)

Die Auflösung des Trennbankensystems

Durch den sogenannten “Gramm-Leach-Bliley Act” wurde das Trennbankensystem 1999 aufgehoben und der Glass Steagall Act außer Kraft gesetzt. Die Trennung zwischen Investment- und Kreditgeschäften für Geschäftsbanken war plötzlich nicht mehr vorhanden. Querfinanzierungen waren wider möglich und gerade für Kleinanleger stieg das Risiko enorm.

Der Gesetzbeschluss des “Gramm-Leach-Bliley Act” geht übrigens auf den damaligen Finanzminister Robert Rubin (zuvor 26 Jahre bei Goldman Sachs) – ausgerechnet während der Zeit der Clinton-Administration – zurück. Es sollte übrigens nicht die einzige liberalisierende Deregulierungsmaßnahme sein, die Rubin damals zugunsten der Finanzmärkte anstieß.

Kritiker sehen in der Auflösung des Trennbankensystems ein erhebliches systemisches Problem und nicht zuletzt den Hauptauslöser der Finanzkrise 2008.

Damals gingen einige Banken hohe spekulative Risken ein und vernichteten die Einlagen ihrer Kunden. Die Auflösung des Trennbankendsystems führte zudem dazu, dass die Steuerzahler für Verluste des spekulativen Investmentgeschäfts der Privatbanken aufkommen mussten. Die Banken waren aufgrund ihrer Systemrelevanz “too big to fail” (zu groß zum Scheitern) geworden.

Deshalb versucht man Bankpleiten, wie bpsw. jene von Lehman Brothers, unbedingt zu vermeiden. Sie können einen Dominoeffekt auslösen, der in kürzester Zeit das gesamte Finanzsystem in den Abgrund zu reißen vermag.

Bankensystem Deutschland

Die nicht-Trennung von Einlagen- und Investmentgeschäft in Universalbanken hält bis zum heutigen Tage an. Wie auch aus vielen anderen Finanzkrisen, scheint man aus den Ereignissen von 2008 nicht schlauer geworden zu sein.

Viele Banken haben heute selbst in Deutschland kritische Größen erreicht. Ein Bankrott hätte somit auch für die REALE Volkswirtschaft verheerende Konsequenzen. Insofern bleibt Regierungen im Fall der Fälle gar keine andere Wahl, als diese Banken immer und immer wieder mit Steuergeldern- oder eigener Verschuldung zu “retten”.

In Deutschland bekamen wir die Auswirkungen dieses Universalbankensystems z. B. durch die Pleite der Hypo Real Estate zu spüren. Heute weiß man, dass der Staat in dieser einzigen Bank bereits mehr als 150 Milliarden Euro an Steuergeldern versenkt hat. Man riskiert mit einem System, das Kredit- und Investmentgeschäft nicht trennt, dass spekulative Geschäfte über das traditionelle Bankenwesen immer mehr die Oberhand gewinnen.

Da sich Finanzkrisen in bestimmten zeitlichen Abständen immer wieder ereignen ist das besonders gefährlich. Dadurch werden nämlich die Einlagen der Bankkunden, die für ihre Ersparnisse im Hamsterrad hart arbeiten müssen, gefährdet. Das Trennbankensystem und seine Wiedereinführung sollte daher dringend diskutiert werden!

Nicht nur das Trennbankendsystem sondern auch das Bretton-Woods-System wurde während der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt verabschiedet. Es sicherte den USA über viele Jahrzehnte die Vormachtstellung auf den Weltmärkten. Wie und warum erfährst Du hier.

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H. Peukert: Das Moneyfest: Ursachen und Lösungen der Finanzmarkt- und…*

D. Rant: Verzockte Freiheit: Wehrt euch! Politiker und Finanz-Eliten setzen unsere…*
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Euro Krise

Euro Krise

Aufgrund der Brisanz der Euro Krise sowie der Schuldenkrise in den meisten Ländern (inkl. Deutschland!), nehmen wir auch die systemischen Problematiken der Euro-Zone unter die Lupe. Zunächst muss man verstehen, dass die Leistungsfähigkeiten von Volkswirtschaft zu Volkswirtschaft verschieden sind. Das hat sozioökonomische Gründe. Faktoren sind, z.B. Lebensweise, Weltsicht, Mentalität und Gesellschaftsform aber auch Technologie und Produktivität! Sie unterscheiden sich innerhalb der europäischen Währungsunion teils enorm! Und selbst eine Unterscheidung auf nationaler Ebene ist noch zu grob, denn allein der Blick auf Deutschland verdeutlicht große Unterschiede, zwischen Bewohnern des ehemaligen Westens und Ostens oder des Südens und Nordens! Selbst innerhalb dieser Regionen tun sich wieder, zum Teil sehr deutliche, Unterschiede auf. Und auch innerhalb der Bundesländer gibt es zum Teil massive Disparitäten (in Bayern z.B. zwischen Franken, Niederbayern, Oberbayern, Pfälzern usw..). Genau das ist ja eben so toll und macht unseren bunten Planeten so besonders lebenswert! Nichtsdestotrotz hat das nicht unwesentliche sozioökonomische Folgen, die sich z.B. in der nach wie vor andauernden Euro Krise äußern.

Das heißt nicht nur auf nationaler, sondern auch auf regionaler Ebene weicht die Leistungsfähigkeit, mehr oder weniger stark, voneinander ab.

Wenn nun, auf nationalstaatlicher Ebene eine Volkswirtschaft stärker (größer, produktiver, technologisch effizienter) ist als eine andere muss das in der Konsequenz dazu führen,  dass auch die Währung gegenüber der schwächeren Währung stärker (im Fachjargon härter), also werthaltiger ist. Dieser Mechanismus wird also als Auf- bzw. Abwertung bezeichnet. So war vor der Einführung des Euro eine D-Mark etwa 1000 italienische Lira wert. Die Lira war an die italienische volkswirtschaftliche Leistungsstärke angepasst und garantierte so einen fairen und gerechten Handel auch über Landesgrenzen hinweg. Dieser Mechanismus der Auf- und Abwertung muss flexibel sein und laufend geschehen um einen fairen und gerechten Wettbewerb und Handel zu gewährleisten.

Das Ende der Euro Krise am Beispiel Griechenlands erklärt

Die Wiedereinführung der Drachme würde dazu führen, dass sich die griechische Währung wieder der Leistungsfähigkeit der griechischen Volkswirtschaft anpassen könnte. Sie würde gegenüber dem Euro deutlich abwerten. Griechenland wäre folglich als Standort für Investitionen wieder deutlich attraktiver (da durch den Wechselkurs wesentlich billiger geworden) und könnte die Wirtschaft wieder anschieben. Dafür wäre jedoch ein geordneter Staatsbankrott vonnöten da ansonsten die griechischen Schulden in Euro bestehen blieben. Das bedeutet eine Streichung aller griechischen Schulden, die insbesondere gegenüber in- und ausländischen Banken vorliegen – diese Banken hätten dann entsprechende Verluste / Abschreibungen vorzunehmen – die Euro Krise könnte hier also eine ganz neue Wendung nehmen. Dies wird insbesondere deshalb gefürchtet, da die Banken (auch durch den uneingeschränkten intereuropäischen Kapitalverkehr) mittlerweile dermaßen eng miteinander vernetzt sind, sodass ein einziger Bankenzusammenbruch (der durch zu große Abschreibungen hervorgerufen werden könnte) zu einer Reihe weiterer Zusammenbrüche führen könnte (Dominoeffekt). Dies kann eine große und lange Depression zur Folge haben.

Die Auslandsverschuldung der Dritten Welt

In der enormen Auslandsverschuldung der Entwicklungsländer liegt im Übrigen der Hauptgrund weshalb diese niemals auf die Beine kommen können – das System macht auch an dieser Stelle möglicherweise wieder genau das was es soll. Es sorgt dafür, dass die Reichen (in diesem Fall Industrienationen) auf Kosten der Armen (in diesem Fall Entwicklungsländer) zunehmend mehr Wohlstand auf sich vereinen. Schließlich bestehen die Schulden der Dritten Welt gegenüber ihren Gläubigern (überwiegend den Insdustriestaaten) in Devisen. Damit sind sie, durch den Mechanismus der Auf- und Abwertung, in der Landeswährung um ein Vielfaches höher!

Kommen wir auf die Euro-Problematik zurück. Die gesamte Euro-Zone ist aus verschiedensten Leistungsfähigkeiten und technologischen Niveaus zusammengesetzt. Die (vor allem überhastete) Einführung des Euro widerstrebt daher sowohl dem ökonomischen als auch dem ganz normalen Menschenverstand und kann unmöglich auf Dauer funktionieren. Genausowenig kann eine Brille für Kurzsichtige, Weitsichtige, Menschen mit Pupillenverkrümmung und völlig unterschiedlichen Sehstärken für alle eine gute Sicht garantieren! Sie wird immer nur auf ganz wenige passen. Genauso ist es mit dem Euro. So wirklich passt er eigentlich zu keinem Staat da die Staaten untereinander keine Möglichkeit der Auf- bzw. Abwertung haben. Für einige ist er zu schwach (Deutschland, Niederlande, Österreich usw.) für andere zu stark (Griechenland, Portugal, Spanien, Italien usw.).

Insgesamt sind die Produktivitätsunterschiede einfach zu groß.

Selbst die deutsche Wiedervereinigung hat Auswirkungen bis heute. Ganz Europa hat viel zu große Produktivitäts- und technologische Differenzen. An dieser Stelle zitieren wir gerne Prof. Senf, der die immer deutlicher werdenden Entwicklungen der heute deutlich sichtbaren Euro Krise bereits 1996 vorausgesagt hat:

„Wenn wir uns konkret vorstellen, daß die produktivitätsmäßig überlegenen Länder Deutschland, Frankreich, die Beneluxländer, Österreich und Dänemark sich in einer Europäischen Währungsunion mit dem weniger produktiven und in ihrer Entwicklung langsameren Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland befinden, so ist zu erwarten, daß es in den südlichen Ländern zu einem massiven Einbruch der Produktionsstrukturen kommen wird. Um die schlimmsten Folgen davon aufzufangen, wären Unsummen von Transferzahlungen von Mitteleuropa nach Südeuropa erforderlich – und dies zusätzlich zu den innerdeutschen Transferzahlungen von West nach Ost, und zu den Unterstützungen der Reformprozesse und des Aufbaus in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. […] Selbst wenn es sich um ein politisch vereinigtes Europa handeln wird und die “Südländer” insofern keine Ausländer mehr wären, schützt eine nur politische Vereinigung nicht vor dem Aufbrechen nationalistischer oder ethnischer Konflikte, wie dies am Zerfall Jugoslawiens und der Sowjetunion überdeutlich wird. Derartige Konflikte brechen insbesondere dann auf, wenn sich die ökonomische Krise zuspitzt und eine ethnische Gruppe sich einen deutlich höheren Anteil am Gesamtprodukt gesichert hat als andere. Bezogen auf ein vereinigtes Europa hieße das: In den benachteiligten Regionen insbesondere des Südens würden sich sehr bald Pulverfässer von Nationalismus und Extremismus aufbauen, die den Traum vom vereinigten Europa schnell zerstören und in europafeindliche Tendenzen umschlagen können.” (Quelle, Bernd Senf – Der Nebel um das Geld – 1996, S. 245).

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursLeider wird nur allzu oft von den “Pleite-Staaten” gesprochen, die arbeitende Bevölkerung kann aber unserer Ansicht nach nicht das geringste für die Euro Krise – das ist besonders wichtig zu verstehen um alten Ressentiments erst gar keine Chance zu geben wieder aufzuflammen. Wir sehen also, dass sich zu den geldsystematischen noch eine weiteres systemisches Problem gesellt hat – der Euro. Wir haben deshalb in der Unterrubrik Euro-Unwahrheiten aufgearbeitet, weshalb und wie es zum Zusammenschluss der Euro-Zone kam, welche Aufnahmekriterien missachtet werden und ob es tatsächlich wahr ist, dass Deutschland so sehr vom Euro profitiert.

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Inflation und Deflation

PREISSTEIGERUNGEN VERSUS PREISSENKUNGEN

Inflation und Deflation sind Worte, die unser Lieblingscharakter “Rainer Zufall” wirklich nur sehr ungern hört. Und gerade im Radio und beim Fernsehen hört er sie immerzu. Es macht ihn auf eine ungewisse Art und Weise Angst. Er weiß nämlich zum einen nicht genau was unter ihnen zu verstehen ist, zum anderen ist ihm aber schon häufig zu Ohren gekommen, dass sie schlechte Nachrichten bedeuten. Damit unser Lieblingshamster Rainer nicht länger im Dunkeln tappt und damit er einen weiteren kleinen Schritt in Richtung eines finanziell freien Lebens als Fuchs tätigen kann, beleuchten wir beide Begriffe etwas näher.

Definition von Inflation

Das Wort Inflation kommt aus dem Lateinischen “inflare” und bedeutet aufblähen, ausweiten bzw. ausdehnen. In den den Wirtschaftswissenschaften bezieht es sich eigentlich auf die Geldmenge. Das heißt, dass innerhalb eines Währungssystems bzw. im Gesamtsystem immer mehr Geld hinzukommt. Das muss deshalb betont werden, weil Inflation häufig mit Preissteigerungen bzw. Kaufkraftverlust gleichgesetzt wird. Das ist aber nicht ganz richtig, wenngleich es heute annähernd dieselbe Bedeutung hat. Wir spezifizieren den Begriff Inflation daher folgendermaßen:

Eine Ausweitung der Geldmenge (Inflation), über die Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft hinaus, führt zu einem Kaufkraftverlust.

Das heißt, wenn die Wirtschaft beispielsweise um drei Prozent wächst, die Geldmenge (wir sprechen hier immer von Zentralbankgeld – das von Geschäftsbanken mittels der Teilreserve ja nochmal um das mindestens 100-fache gehebelt werden kann) jedoch um vier Prozent ausgeweitet wird, führt das zwangsläufigerweise zu Preiserhöhungen. Warum? Durch die Ausweitung befindet sich mehr Geld im Umlauf, als für den gesamten Waren- und Dienstleistungskonsum eigentlich benötigt wird. Damit müssen die Preise steigen. Dadurch pendeln sich beide Seiten wieder in ein (nun höheres) Gleichgewicht ein. Preiserhöhungen erzeugen höhere Lebenshaltungskosten und kommen damit einem Kaufkraftverlust gleich. Einfach gesagt heißt das, dass dieselbe Menge Geld morgen weniger wert ist als heute. Wir können uns damit also insgesamt weniger leisten. Das Leben wird teurer, schließlich werden unsere Einkommen ja nur selten an die Inflation angepasst und erhöht! Ob die Geldpolitik nun eher Inflation oder eher Deflation befördert, kann man ganz einfach anhand eines Merksatzes feststellen.

Geldmengenwachstum dividiert durch Wirtschaftswachstum
= größer als 1, dann Kaufkraftverlust durch Preiserhöhungen.
= kleiner als 1, dann Preisverfall (Deflation und Wirtschaftskollaps).

Inflation hat viele Konsequenzen und bei weitem nicht alle sind negativ! Besonders positiv für Schuldner ist nämlich, dass die reale Schuldenlast sinkt. Wie ist das zu verstehen? Wenn Geld durch Geldmengenausweitung weniger wert wird, sinken relativ gesehen die Schulden oder besser gesagt die Verschuldungsquote (die häufig ausschlaggebend ist). Ganz besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die größten Schuldner der Welt die Nationalstaaten sind. Man stelle sich nur einmal kurz vor, es gäbe nun eine Hyperinflation wie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals kostete ein Brot teilweise 105 Milliarden Mark! Plötzlich könnte man die gesamten Staatsschulden von über 2 Billionen Euro mit dem Preis einiger Brote begleichen! Ja, auch so funktioniert Wirtschaft! Umgekehrt hat dies zur Folge, dass auch Guthaben deutlich an Wert verlieren. War man vorher hundertfacher Milliardär, konnte man sich damit, statt heute ganze Landzüge, ebenfalls nur noch ein einziges Brot leisten. In inflationären Zeiten sind die Schuldner daher gegenüber den Gläubigern durch die relative Senkung der Schuldenlast im Vorteil.

Deflation: Definition und Bedeutung

Die Deflation ist folglich das Gegenteil der Inflation. Bei einer Deflation fallen die Preise. Sie fallen, weil die Geldmenge geringer ist, als für den Konsum aller Waren und Dienstleistungen notwendig wäre. Damit auch hier wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann, müssen die Preise gesenkt werden. Die Lebenshaltungskosten sinken – das Leben wird insgesamt günstiger! Zu den Konsequenzen gibt es unterschiedliche Sichtweisen die eine ganze Bandbreite von überaus positiv bis völlig negativ abdecken. Zum einen könnte durch fallende Preise die Wirtschaft angeheizt werden. Weil alles günstiger wird, konsumieren die Menschen mehr und das sorgt für Wirtschaftswachstum (ein ähnliches Szenario erleben wir im Juni 2016). Auf der anderen Seite kann es aber auch zu einem deflationären Schock kommen, weil die Menschen darauf spekulieren, dass die Preise zu einem späteren Zeitpunkt noch günstiger sind als heute. In diesem Fall konsumieren sie weniger. Das führt zu Umsatzschmälerungen der Unternehmen und zu Verlust von Arbeitsplätzen – die Wirtschaftsleistung sinkt. Außerdem kann es durch die sich zuspitzende Knappheit von Geld (bei der Inflation herrscht ein Überschuss) zu einem Totalkollaps der Wirtschaft kommen.

Werbung kostenloses Buch + BegleitkursAufgrund dieser Gefahren wird eine Inflation im Allgemeinen viel eher in Kauf genommen, als eine Deflation. Zum einen zwingt man die Menschen dadurch, lieber heute als morgen zu konsumieren (weil die Güter durch die Preissteigerung morgen teurer sind), was das Hamsterrad immer weiter beschleunigt. Zum anderen lässt sich mittels konstanter Inflationsrate zusätzlich die reale Schuldenquote (Staatsverschuldung) senken. Deutliche Inflationsgegner sprechen allerdings von Enteignung, da die breite Bevölkerung bei konstanter Inflation schleichend  verarmt und zu immer rastloseren Hamstern gemacht wird.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema:
F. Taylor, K.-D. Schmidt: Inflation: Der Untergang des Geldes in der Weimarer…*
J. A. Boeckh:
Inflation um jeden Preis: Historie und Zukunft*
R. Taghizadegan, R. Stöferle:
Austrian Investing zwischen Inflation und Deflation
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Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken

WIE GESCHÄFTSBANKEN GELD ERSCHAFFEN

Mit dem Thema der privaten Giralgeldschöpfung (exakter: Kreditschöpfung) nähern wir uns bereits dem wohl größten Coup den private Geschäftsbanken jemals landen konnten. Es scheint so clever eingefädelt worden zu sein, dass die Bevölkerung bis heute keine Kenntnis davon genommen bzw. die tieferen Hintergründe begriffen hat. Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert darauf. Auch deshalb scheint die Giralgeldschöpfung durch private Geschäftsbanken ein so wohlgehütetes Geheimnis zu sein. Schließlich sind wir wirklich alle davon abhängig. Dabei ist es gar nicht so komplex, diesen offensichtlichen Coup zu durchschauen. Darüber hinaus könnten wir die Erkenntnisse auch für unsere eigene finanzielle Situation glänzend nutzen. Die meisten Menschen scheinen aber leider den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Schon Berthold Brecht betonte dereinst:

„Bankraub ist eine Initiative von Diletanten, wahre Profis gründen eine Bank.”

Wie funktioniert die Giralgeldschöpfung?

Geschäftsbanken besitzen dabei die Macht Giral- oder Buchgeld durch Kreditvergabe zu erschaffen. Entgegen dem richtigen Geld der (zum Teil privaten) Zentralbanken (Banknoten) ist es jedoch kein gesetzliches Zahlungsmittel (Zentralbankgeld). Im engeren Sinne handelt es sich also nicht um eine Geldschöpfung, sondern um eine Kreditschöpfung nicht-gesetzlichen Zahlungsmittels die in der Regel eben als Giralgeldschöpfung bezeichnet wird. Als Basis dient das Fractional Banking System. Geschäftsbanken können auf Basis variierender Reservesätze, mittels Kreditvergabe, Buchgeld ausgeben. Für diesen Prozess ist lediglich ein Buchungssatz nötig, der neue Forderungen Verbindlichkeiten in selber Höhe gegenüberstellt. Giralgeldschöpfung setzt also eine Kreditvergabe voraus.  Das wiederum geschieht mittels einer einfachen Bilanzverlängerung. Im digitalen Zeitalter beschränkt sich der Arbeitsaufwand für die Bank auf ein Minimum!

Es wird also entgegen dem allgemeinen (Miss)verständnis, wenn überhaupt, nur noch ein Bruchteil des von den Sparern eingelegten Geldes weiterverliehen. Der Großteil wird heute völlig digital durch Kreditvergabe erzeugt. So einfach schafft man Bankguthaben für Kunden, die dafür fleißig Zinsen bezahlen. Problematisch ist bei der Giralkreditschöpfung wie auch bei der Zentralbankgeldschöpfung jedoch, dass die Zinsen (näheres dazu im Kapitel Zins & Zinseszins) niemals mit erzeugt werden. Das generiert eine Endlosspirale von Schulden, die das herrschende Schuldgeldsystem und damit das Hamsterrad immer weiter beschleunigt.

Die Abhängigkeit des Staates von der Giralgeldschöpfung

Auch der Staat ist auf diese Art der Kreditschöpfung angewiesen, denn die Geschäftsbanken sind die größten Gläubiger der Staaten. Gibt der Staat nämlich neue Staatsanleihen heraus, werden diese im Wesentlichen von Geschäftsbanken und Versicherungen aufgekauft. Die Zinsen bezahlt der Steuerzahler! Zinsen sind der zweitgrößte Posten im Staatshaushalt. Außerdem ergibt sich ein weiterer Vorteil für die Bank. Staatsanleihen können nämlich auch als “Sicherheiten” bei der Zentralbank (mit einem kleinen Abschlag, der sog. Risikoprämie) hinterlegt werden, um noch mehr “Geld” von der Zentralbank zu erhalten und noch mehr Kredite vergeben zu können. Dies geschah jedoch lange mit der falschen Annahme, Staaten könnten gar nicht Pleite gehen. Ein Staatsbankrott hätte fatale Auswirkungen auf die Bilanzen der Banken, da gekaufte Staatsanleihen plötzlich nichts mehr wert wären. Droht der Bank der Bankrott, folgen weitere Konsequenzen:

1. werden die Kredite der Kreditnehmer eingefordert um die eigenen Verluste irgendwie aufzufangen.

2. es werden keine Kredite mehr an die Wirtschaft weitergegeben. In einem auf Pump (Kredit) aufgebauten Wirtschaftssystem kommt es dadurch zu heftigen Problemen für die Unternehmen und die Belegschaft.

Um einen Zusammenbruch (z.B. von Griechenland) zu vermeiden, werden von den jeweiligen Regierungen immer wieder Hilfspakete in Milliardenhöhe geschnürt. Damit soll ein ohnehin schwächelndes System künstlich am Leben gehalten werden. Das ist zum Vorteil einiger Weniger. Außerdem spricht man sehr gerne Garantien für die Banken aus. Garantien sind gleichbedeutend mit den Steuergeldern der Bürger. In diesem Zusammenhang prägte man auch die Aussage “too big to fail” – zu groß um zu scheitern. Bräche eine große Bank in Deutschland zusammen, wäre eine Kettenreaktion zu erwarten die durch die genannten Punkte (1 + 2) erheblichen Schaden in der Realwirtschaft anrichten würden. Hjalmar Schacht (1877 – 1979), ein deutscher Bankier sagte dazu einst:

“Wenn Banken zu groß sind, pleite zu gehen, dann sind sie einfach zu groß.”

Es wird also schnell deutlich, dass die Macht der Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken (den Financiers der Staaten) durch das Fractional-Banking System (Mindestreservesystem) in der breiten Masse deutlich unterschätzt wird. Schlicht und einfach deshalb, weil der Prozess kaum bekannt ist. Wären die Menschen besser darüber informiert, wäre eine Verbesserung des Systems zum Wohle der übrigen 99 Prozent – die momentan vom System in einem Hamsterrad gefangen gehalten werden – ganz einfach möglich!

Was sind die konkreten Gefahren von Giralgeld für uns und die Banken?
Verlieren die Menschen das Vertrauen in das System, kann das verheerende Folgen haben, wie das Kapitel Bank-run eindrucksvoll zeigt.

Unsere drei Buchempfehlungen zum Thema
M. Biegler: Der perfekte Finanzbetrug: Geschäftsmodelle …  “Catch me if you can”*

J. Huber und J. Robertson: Geldschöpfung in öffentlicher Hand*
B. Senf: Der Nebel um das Geld: Zinsproblematik – Währungssysteme – Wirtschaftskrisen*

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